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Städte als Marken 2. Herausforderungen und Horizonte
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Handel
14.11.2017

Top-Einkaufsstraßen: London vor München und Madrid

Obwohl nur drittgrößte deutsche Stadt, ist München beim Shopping in Deutschland die Nr. 1 und europaweit die Nr. 2

Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Top-5-Platzierungen der 30 belebtesten Konsumlagen in Europa: Auf Platz eins liegt die Oxford Street in London mit 13.560 Passanten pro Stunde; die wichtigsten Großstädte in Deutschland sind München (Kaufingerstraße, Platz 2) und Frankfurt (Zeil, Platz 4). Das geht aus einer Analyse von BNP Paribas Real Estate hervor, in der die wichtigsten Haupteinkaufsstraßen in 23 europäischen Städten analysiert und die Resultate in einer europäischen Studie zur Passantenfrequenz zusammengefasst wurden.

Insgesamt haben es gleich fünf spanische Einkaufsstraßen in die Top 10 geschafft, unter anderem Madrid (Calle de Preciados, 3. Platz) und Barcelona (Passeig de Gracia, 6. Platz). Im Luxussegment führt Italien mit der Via Condotti (Rom).

Die Studie zeigt auch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Passantenfrequenz und der Anzahl der Top-Lagen in der City der untersuchten Städte gibt: In Städten mit einem einzigen Einzelhandelskern, der aus zwei bis drei Haupteinkaufsstraßen besteht, werden die höchsten Kundenzahlen verzeichnet, da sich das Kundenpotenzial hier nur auf wenige Flaniermeilen fokussiert (etwa in München, Dublin, Prag, Zürich sowie den skandinavischen Städten). Dagegen gibt es in Metropolen wie London, Berlin und Paris aufgrund ihrer großen Einzugsgebiete nicht nur einen einzelnen Einzelhandelskern, sondern viele verschiedene Shopping-Quartiere. Auf ihren zwei renommiertesten und beliebtesten Einkaufsstraßen verzeichnen sie daher Rekordzahlen, wogegen in den restlichen Einzelhandelslagen eine moderatere Passantenfrequenz verbucht wird.

Verkehrsknotenpunkte des öffentlichen Nahverkehrs und Maßnahmen zur Stadterneuerung nehmen für die Passantenfrequenz eine Schlüsselrolle ein. So profitieren Haupteinkaufsstraßen in der Nähe solcher Verkehrsknotenpunkte, etwa in Oslo und Helsinki, von den Passantenströmen. Die Revitalisierung der Innenstädte führt nicht nur zu einem schöneren Einkaufserlebnis, sondern zieht auch neue Brands und Investoren an, wodurch die Vielfalt des Einzelhandelsangebots verbessert wird. Dies zeigte sich in jüngster Vergangenheit in Warschau, Wien und Lissabon. Die Ansiedlung neuer Retail-Konzepte, die sich in der Stadt beziehungsweise in dem jeweiligen Land etablieren wollen, wirkt sich positiv auf die Zahl der potenziellen Kunden aus. In machen Städten wie beispielsweise in Amsterdam konnte dadurch sogar ein Wandel in der Einzelhandelslandschaft beobachtet werden.

Tourismus als wichtiger Faktor

Neben den wichtigsten Metropolregionen wartete auch eine Reihe kleinerer Städte mit beeindruckenden Zahlen auf: Auch Wien, Dublin, Zürich und Stockholm finden sich unter den 20 wichtigsten europäischen Konsumlagen. Der Tourismus hat eine große Bedeutung für die wirtschaftliche und kulturelle Attraktivität dieser Städte. Dies unterstreicht beispielsweise die Tatsache, dass die Passantenfrequenzdaten im Juni erhoben wurden, wenn die meisten Touristen unterwegs sind und es in den skandinavischen Städten sehr lange hell ist.

Oxford Street auf Platz 1

Im Vergleich der Konsumlagen in den 23 analysierten europäischen Städten erzielt die Oxford Street mit 13.560 Passanten pro Stunde die höchste Frequenz in Europa. Mit ihren Kaufhäusern wie Selfridges und John Lewis zieht die Einkaufsmeile Touristen und Londoner gleichermaßen an.

München ist zwar nur Deutschlands drittgrößte Stadt, in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen aber Trendsetter und Spitzenreiter. Eine wachsende Bevölkerung, ein boomender Arbeitsmarkt und ein sehr hohes Kundenaufkommen in der City bilden den Rahmen, um die vielfältige Einzelhandelslandschaft weiter zu beflügeln. Die Kaufingerstraße ist daher Deutschlands teuerste und belebteste Shopping-Meile: Mit fast 13.000 Besuchern ist sie bundesweit die einzige Lage, auf der sowohl aktuell als auch in den vergangenen Jahren mehr als 12.000 Passanten registriert wurden. Dementsprechend ist die Kaufingerstraße vor allem für große Flagship-Stores attraktiv.

Die berühmte Madrider Shoppingmeile Calle de Preciados schafft es im europaweiten Vergleich der Konsumlagen mit 10.292 Passenten pro Stunde ebenfalls unter die Top 3. Vor allem die beiden Kundenmagnete Mediamarkt und die Warenhauskette El Corte Ingles locken zahlreiche Kauflustige an.

(tor)