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Handel
27.05.2014

Shoppingtourismus: Potenzial für den Handel in Metropolen

Einkaufsparadies Frankfurter Zeil

Der Einzelhandel in Metropolen wie München, Paris oder Londen lebt zu einem Großteil vom Shoppingtourismus. Insgesamt rund eine Milliarde Euro pro Jahr geben Übernachtungsgäste allein im Einzelhandel der Münchner Innenstadt aus - und damit ein Viertel des Gesamtumsatzes. Das ist eines der Ergebnisse der Studie "Shoppingtourismus in Metropolen", die unter der Leitung von Dr. Angelus Bernreuther, Leiter Standortforschung bei der BBE Handelsberatung, entstanden ist.

Die Studie zeigt die Erfolgsfaktoren für den Einzelhandel in einer Stadt auf. Die Betrachtung wird ergänzt durch eine Befragung in der Stadt München, die im Rahmen eines Studienprojekts der Universität Bayreuth in Kooperation mit der BBE Handelsberatung entstanden ist. Die Umfrage erforscht und analysiert Strukturen, Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Auffälligkeiten bei Shoppingtouristen in der Münchner Innenstadt.

"In der Diversifizierung des Einzelhandelsangebots liegt der Unterschied zwischen regionaler und internationaler Bedeutung einer Stadt als Einkaufsort. Das Angebot muss sich deutlich von dem eines normalen Oberzentrums unterscheiden, um für Shoppingtouristen attraktiv zu sein", erklärt Dr. Angelus Bernreuther. "Das breitgefächerte Angebot einer Shoppingmetropole beginnt bereits am Flughafen mit einem großen Einzelhandelsbereich und setzt sich in den Innenstädten mit Luxus-Flagships fort".

München: Shoppingtouristen geben 142 Euro im Einzelhandel aus

In München stellten kaufwillige Touristen den stärksten Faktor dar, der zur ständigen Vergrößerung der Münchner Einzelhandelslandschaft beitrage. Während in vielen Innenstädten die 1a-Lagen unter Druck geraten, werde in München die Fußgängerzone weiter ausgebaut.

Der Studie zufolge geben Shoppingtouristen in München täglich durchschnittlich rund 142 Euro im Einzelhandel aus. Unterschiede gibt es jedoch bei einem Blick auf die Herkunft der Touristen: Arabische Gäste besuchen mit durchschnittlich 22 Läden pro Tag die meisten Geschäfte und geben mit durchschnittlich 351 Euro am Tag dreimal so viel aus wie Touristen aus Deutschland und dem restlichen Ausland. Deutsche Touristen besuchen hingegen im Schnitt nur zehn Geschäfte pro Tag.

"Der Einzelhandel in Shoppingmetropolen sollte verstärkt um arabische Gäste werben. Ein Anstieg dieser Touristen würde das Einzelhandelswachstum noch weiter zu befeuern", so Bernreuther. Aber auch die Werbung in anderen Ländern dürfe nicht vernachlässigt werden. Denn ausländische Shoppingtouristen tätigen durchschnittlich deutlich höhere Ausgaben pro Tag als deutsche Shoppingtouristen. Während deutsche Shoppingtouristen circa 101 Euro pro Tag im Laufe ihres Aufenthalts in der Münchner Innenstadt für Einkäufe ausgeben, liegen die täglichen Ausgaben der ausländischen Shoppingtouristen bei 257 Euro.

Warenhäuser bei Touristen beliebt

Warenhäuser sind für Shoppingtouristen die beliebtesten Anlaufpunkte in der Innenstadt, heißt es in der Studie. In München ist demnach Galeria Kaufhof die beliebteste Anlaufstation der Shoppingtouristen. Rund 34 Prozent der befragten Touristen besuchten das Kaufhaus. Karstadt ist mit einer Besuchsquote von 23,7 Prozent steht ebenfalls hoch im Kurs.

"In Müchnen sind die Warenhäuser wahre Touristenmagnete. Das ist überraschend, da viele bereits für das Modell Warenhaus keine Zukunft mehr sehen", kommentiert Bernreuther. Eine hohe Bedeutung haben auch lokale Traditionsbetriebe wie Dallmayr oder Hirmer mit einer Besuchsquote von rund acht Prozent der Shoppingtouristen. "Diese sorgen mit ihrer regionalen Verankerung für das typische Einkaufsflair einer Stadt", so Bernreuther.

(vg)