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Medien & Werbung
11.04.2019

Zeitschriftenverlage legen bei Paid Content zu

Die deutschen Zeitschriftenverlage konnten 2018 ihre Marktposition behauptet und sind bei der Digitalisierung ihres Geschäfts und Verbreiterung der Geschäftsbasis einen deutlichen Schritt vorangekommen. Das geht aus der Jahresbilanz des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. hervor. Demnach erwirtschafteten die Fach- und Publikumsverlage 2018 insgesamt einen Branchenumsatz von 20,6 Milliarden Euro (2017: 14,8 Milliarden Euro). Die im Vergleich zum Vorjahr deutliche Umsatzsteigerung basiert auf der Umstellung der Berechnungsmethode der Deutschen Fachpresse im vergangenen Jahr und der jetzt vom VDZ durchgeführten Neuberechnung der Vertriebsumsätze aller über die IVW hinausgehend erfassten Publikumszeitschriften, so dass deutlich mehr Titel mit ihren Umsätzen berücksichtigt werden. Dadurch lagen die Umsätze der Deutschen Fachpresse 2017 insgesamt bei 7,65 Mrd. Euro (2016: 3,4 Mrd. Euro). Die 2018er-Zahlen der Fachzeitschriften liegen noch nicht vor. Es wird wieder ein moderater Umsatzanstieg im Vergleich zu 2017 erwartet.

Der Vertriebsmarktumsatz der Publikumszeitschriften in Deutschland ist deutlich höher als bislang angenommen. Dies hat jetzt eine neu strukturierte Berechnung der Vertriebsumsätze aller im Abonnement, Einzel- und Bahnhofsbuchhandel sowie als E-Paper erhältlichen Magazine ergeben, die der Arbeitskreis Pressemarkt Vertrieb des VDZ mit Vertriebs- und Handelsexperten erarbeitet hat. Danach beträgt das jährliche Umsatzvolumen auf der Basis der Zahlen aus 2018 im Vertriebsmarkt rund vier Milliarden Euro.

Der deutliche Umsatzanstieg basiert auf der jetzt berücksichtigten, erheblich größeren Titelanzahl mit allen Vertriebsumsätzen. Mit dem neuen Berechnungsansatz des VDZ werden künftig alle Titel mit ihren diversen Vertriebserlösen erfasst. So werden auch die sonstigen Verkäufe und die Lesezirkel-Auflage sowie die Abo-, EV- und E-Paper-Umsätze marktadäquat berechnet. Bislang wurden lediglich rund 500 IVW-gemeldete Zeitschriften mit ihren Abo- und Einzelverkaufsumsätzen berücksichtigt. Entsprechend der im Markt verfügbaren Daten in den jeweiligen Sparten werden die Vertriebsmarktumsätze aktualisiert. Die Berechnung der digitalen Vertriebsumsätze ist dabei aufgrund der inkonsistenten Datenlage die größte Herausforderung. Genutzt wird das vom Fachtitel ‚pv digest‘ seit längerem angewendete Mischmodell aus Hochrechnung, Analystenschätzungen und Recherchen für eine valide Markteinschätzung der digitalen Vertriebsumsätze.

Setzen auf Innovationen

Die Fach- und Publikumsverleger werden der VDZ-Trendumfrage zufolge auch 2019 ihre Innovationsstrategie fortsetzen. Fast jeder zweite Verlag (45 Prozent) plant neue periodische Printtitel und 60 Prozent der Häuser neue Print-Sonderausgaben. Nahezu jeder vierte Zeitschriftenverlag will neue digitale journalistische Angebote auf den Markt bringen, den Launch neuer Podcast-Formate haben 38 Prozent vor. 2018 erreichte die Zahl der Printtitel in Deutschland laut Wissenschaftlichem Institut für Presseforschung und Medienberatung aus Köln mit insgesamt 1.625 mindestens quartalsweise erscheinenden Publikumszeitschriften eine neue Höchstmarke, von denen praktisch alle auch digitale Kanäle bespielen.

Beim Thema Paid Content sehen viele Verleger eine deutliche Entwicklung zu einer erhöhten Zahlungsbereitschaft der Nutzer. Nicht nur die Zahl der genutzten E-Paper-Ausgaben und der Online-Abos ist deutlich gestiegen, auch die Umsätze haben laut Schätzung des Fachdienstes ‚pv digest‘ bei Zeitschriften und Zeitungen fast 400 Mio. Euro im Jahr erreicht. Fachzeitschriften erzielen bereits Paid Content-Umsätze jenseits der Milliarden-Euro-Grenze. Nicht die ältere, zahlungskräftigere Klientel zahlt übrigens am häufigsten für kostenpflichtigen Online-Journalismus, sondern die weitaus jüngeren Digital Natives. Laut einer PwC-Studie haben 39 Prozent der 18- bis 29-jährigen bereits einmal für Online-Medien bezahlt. Bei den 30- bis 39-jährigen sind es mit 34 Prozent auch noch mindestens doppelt so viele wie in den älteren Jahrgangsgruppen.

Digitalgeschäft und sonstige Geschäftsfelder wachsen

Die erwartete Geschäftsentwicklung der einzelnen Geschäftsfelder fällt unterschiedlich aus. Laut VDZ-Trendumfrage gehen die Zeitschriftenverleger von einem Wachstum des Digitalgeschäfts von 9,6 Prozent und bei den sonstigen Geschäften von fast vier Prozent aus. In den klassischen Geschäftsfeldern Anzeigen und Vertrieb erwarten die Verlage einen Umsatzrückgang in Höhe von 4,2 bzw. 3,5 Prozent. Beim Digital-Vertrieb wird dagegen mit einem Umsatzplus von 14,5 Prozent gerechnet. Damit werden sich die Umsatzanteile weiter zugunsten der Digitalerlöse und des sonstigen Geschäfts verschieben und 2019 zusammen erstmals bei knapp über der Hälfte liegen. Beim klassischen Printgeschäft (Anzeigen + Vertrieb) rechnen die Verleger für 2019 im Schnitt mit einem Anteil von 49,6 Prozent (2018: 55 Prozent), beim Digital-Geschäft mit 24,5 Prozent (2018: 23,5 Prozent) und beim sonstigen Geschäft mit 25,9 Prozent (21,5 Prozent).

Relevant ist die Größenordnung, die die sonstigen Geschäftsfelder mittlerweile erreicht haben. Im Auftrag des VDZ haben die Experten der Schickler Unternehmensberatung die Umsatzerlöse der VDZ-Mitgliedsverlage in den Bereichen Bildung, Veranstaltungen, Software & Services, Stellen-Plattformen und Transaktionsplattformen analysiert. Insgesamt erwirtschafteten die Verlage damit rund 3,95 Mrd. Euro. Den weitaus größten Anteil machten mit 2,3 Mrd. Euro die Transaktionsplattformen aus, also die Erlöse, die über E-Commerce, Vergleichsportale und Online-Rubriken-Märkte hereinkamen. Über den Bereich Bildung wurden Umsätze in Höhe von 310 Mio. Euro, über Veranstaltungen 229 Mio., über Software & Services 425 Mio. und über Stellen-Plattformen 709 Mio. Euro erzielt.


(tor)