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24.07.2014

Studie: Kinder und Jugendliche gehen seltener ins Internet

Bei der Internetnutzung der Kinder und Jugendlichen ist eine Abwärtsbewegung zu erkennen. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen, jährlich durchgeführten Studie "Trend Tracking Kids" des Meinungsforschungsinstituts Iconkids & Youth. Zwar hat sich die Zahl der Nutzer kaum verändert: 2014 gehen 83 Prozent der befragten Kids ins Netz, 2013 waren es noch 84 Prozent. Allerdings gibt es Veränderungen dabei, wie viele regelmäßig online gehen und bei der Nutzungsdauer.

Aktuell sind 74 Prozent der Befragten mehrmals die Woche oder täglich online, im Vergleich zu 2013 ein Minus bei den regelmäßigen Nutzern von drei Prozent. Ein deutlicher Rückgang der Nutzungshäufigkeit zeigt sich bei den Sechs- bis Zwölfjährigen: Waren 2013 noch 57 Prozent regelmäßige Nutzer, sind es 2014 nur noch 47 Prozent - also zehn Prozent weniger. Die Nutzungshäufigkeit der 13- bis 19-Jährigen blieb dagegen konstant.

"Dass die echs- bis Zwölfjährigen seltener online sind als vor einem Jahr, zeigt, dass das Internet seinen Charakter als Spaßmaschine verliert. Warum sollen die Kids beispielsweise noch auf Spieleseiten gehen, wenn sie auf dem Smartphone mit kostenlosen Spiele-Apps jederzeit Zeitvertreib haben können", sagt Ingo Barlovic, Geschäftsführer von iconkids & youth.

Deutlicher Rückgang der Nutzungsdauer

Geradezu einen Erdrutsch ergibt sich bei der Nutzungsdauer. Laut Studie dauert eine durchschnittliche Online-Sitzung bei Sechs- bis 19-jährigen Internetnutzern im Schnitt noch 50 Minuten, 16 Minuten weniger als im vergangenen Jahr. Es sind vor allem die Jugendlichen, die immer früher ihre Internet-Session beenden: 2013 verbrachten sie im Schnitt 79 Minuten je Sitzung im Internet, 2014 aber nur noch 58 Minuten, also 21 Minuten weniger. Bei den Kindern reduzierte sich die Zahl von 44 auf 36 Minuten.

"Der Rückgang der Nutzungsdauer bei den Jugendlichen belegt ein verändertes Nutzungsverhalten. Es lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass das Smartphone, das überall verfügbar ist und auch nicht extra hochgefahren werden muss wie ein Computer, immer mehr zu dem wichtigsten Gerät für die Internetnutzung wird: Die Apps auf dem Handy ersetzen viele Funktionen des 'klassischen' Internets. Die Kommunikation mit den Freunden geschieht beispielsweise zunehmend mit Chat-Apps wie WhatsApp. Zusätzlich macht das Smartphone aufgrund des kleineren Bildschirms und der etwas weniger komfortablen Handhabung weniger Spaß, so dass man damit nicht stundenlang rumsurft. Das Internet wird gezielter verwendet", so Barlovic.

Demensprechend zeigt sich bei der Frage, wie die 13- bis 19-Jährigen ins Internet gehen: Zwar wird der Computer/Laptop dafür immer noch von den meisten genutzt (97 %). Das Smartphone folgt aber dichtauf: 86 Prozent der Jugendlichen verwenden es, um online zu gehen. Im Vergleich zu 2013 eine Steigerung von 13 Prozent.

(rh)