Zum Markenverband
Die Stimme der Markenwirtschaft



Twitter

MARKENARTIKEL zwitschert jetzt.
Folgen Sie uns @markenartikler


Sie suchen einen Corporate Publisher?

Im CP GUIDE finden Sie die passenden Partner und Dienstleister für Ihre Corporate-Communications-Projekte, schnell, unkompliziert, aussagekräftig. mehr



Recht & Politik, Unternehmen & Marken
02.01.2018

E-Privacy: "Rückwärtsgewandte Regularien verhindern"

Kaum ein Thema bewegt die Werbeindustrie derzeit so sehr wie die E-Privacy-Verordnung. Mit Uwe Storch, Head of Media bei Ferrero Deutschland, Dirk Böhme, Marketing Direktor der Targobank, und Arne Kirchem, Media Director DACH bei Unilever sprachen wir über die Bedrohung digitaler Geschäftsmodelle, Gefahren für die publizistische Vielfalt und die Übermacht der US-Plattformen.

MARKENARTIKEL: Mit der E-Privacy-Verordnung, die im Mai 2018 in Kraft treten soll, sind von Seiten der Politik neue Einschränkungen für die Werbungtreibenden zu erwarten. Welche Hauptprobleme sehen Sie für das Digitalmarketing?
Uwe Storch: Digitalen Geschäftsmodellen würde die Grundlage entzogen. Vor allem die Zurverfügungstellung kostenloser digitaler Inhalte würde praktisch unmöglich gemacht. Das auf Gegenseitigkeit beruhende Modell, kostenlose Inhalte gegen personenbezogene, aber anonymisierte Daten anzubieten, würde nicht mehr funktionieren. Ergebnis: Der Werbungtreibende, der die Zielgruppendaten nicht mehr zur Verfügung hat, kann keine effiziente oder effektive Werbung mehr aussteuern. Damit droht der Verlust von publizistischer, demokratischer Pluralität und freier journalistischer, am Markt bisher kapitalisierbarer Inhalte.

MARKENARTIKEL: Sie sprechen die Finanzierung kostenfreier Inhalte im Internet an und die Gefahr, dass Inhalte zum Beispiel hinter Log-in-Schranken wandern. Die Einwilligung in die Verarbeitung von Kommunikationsdaten ist aber auch für andere Bereiche ein großer Knackpunkt der geplanten Verordnung, die eine Verschärfung des Datenschutzes vorsieht.
Storch: Viele Geschäftsmodelle, gerade im E-Commerce, wären obsolet. Durch den faktischen Wegfall der von unabhängiger Seite erhobenen Daten für die Abrechnung von Online-Werbung und deren Verifizierung mit Blick auf Sichtbarkeit, Brand Safety oder Ad Fraud werden Media-Investments in Online deutlich riskanter und teurer. Für den Konsumenten wiederum wird Werbung irrelevanter, er erhält mehr Spam. Die einzigen Profiteure dieser EU-Verordnung dürften die dominierenden US-Plattformanbieter oder neue, noch zu entwickelnde Login-Systeme sein.

Mehr darüber, warum die Verordnung eine Gefahr ist für Cookie-basierte Geschäftsmodelle und warum die US-amerikanischen Log-in-Plattformen die Profiteure der EU-Verordnung sein werden sowie weitere Markenporträts und Insights zum Thema Markenführung und Vertrauen finden MARKENARTIKEL-Abonnenten in Ausgabe 12/2017, die auch als App gelesen werden kann. Weitere Informationen zum Inhalt finden Sie hier. Nicht Abonnenten finden hier die Möglichkeit zum Abo

(vg)