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Recht & Politik, Unternehmen & Marken
13.02.2018

DSGVO: Unternehmen sind nicht ausreichend vorbereitet

Unternehmen in Deutschland stehen unter Anpassungsdruck (Quelle: ZEW)

EU-DSGVO: Unternehmen rechnen mit höheren Kosten für die Schulung von Beschäftigten (Quelle: ZEW)

Ende Mai tritt europaweit die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft - und trifft viele Unternehmen weiter unvorbereitet. Bisher hat sich nur knapp die Hälfte (47,5 %) der Unternehmen der Informationswirtschaft in Deutschland, zu der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT-Branche) sowie Medien- und wissensintensive Dienstleister gehören – mit den Herausforderungen und dem Anpassungsbedarf beschäftigt. 12,5 Prozent geben an, von der Regelung bisher noch nichts gehört zu haben. 40 Prozent kennen die Verordnung, haben sich damit bisher aber nicht auseinandergesetzt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage unter rund 700 Unternehmen der Informationswirtschaft ab fünf Beschäftigten, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im Dezember 2017 durchgeführt hat.

Werbung und Marktforschung kaum mit DSGVO vertraut

Im Branchenvergleich haben sich bisher insbesondere die IKT-Dienstleister (62,3 Prozent) mit der Verordnung befasst, während bei den wissensintensiven Dienstleistern wie Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatern, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbung und Marktforschung die Mehrheit (55,9 Prozent) die Verordnung entweder noch gar nicht kennt oder sich bisher nicht mit ihr beschäftigt hat.

Unternehmen sind mit Blick auf die Umsetzung zuversichtlich

Der Anteil der Unternehmen, die bereits im Dezember 2017 die vollständige Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung melden konnten, liegt bei lediglich rund fünf Prozent. Ein Viertel der Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres zumindest Teilaspekte der EU-Verordnung realisiert. Insgesamt knapp 70 Prozent haben jedoch entweder noch gar nicht (42,9 Prozent) oder gerade erst (25,6 Prozent) damit begonnen, die Vorgaben in die Praxis umzusetzen.

"Umso erstaunlicher ist es, dass bei vielen Unternehmen große Zuversicht herrscht, bis zum Zeitpunkt der Anwendung der Datenschutz-Grundverordnung noch große Teile der Verordnung umsetzen zu können", sagt Dr. Jörg Ohnemus, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs 'Digitale Ökonomie'. Demnach gehen fast 70 Prozent der Unternehmen der Informationswirtschaft davon aus, bis Mai 2018 die Datenschutz-Grundverordnung vollständig (36,7 Prozent) oder zumindest teilweise (31,2 Prozent) umgesetzt zu haben.

Unternehmen rechnen nicht mit Wettbewerbsvorteilen

Zudem nimmt die deutsche Informationswirtschaft die Einführung der europaweiten Datenschutz-Grundverordnung hauptsächlich als organisatorische und personelle Belastung wahr. "Mehr als die Hälfe der Unternehmen rechnet damit, dass durch die Einführung der Regelung sowohl höhere Kosten für die Schulung von Beschäftigten als auch ein hoher Arbeitsaufwand verkraftet werden müssen", so Ohnemus. Nur ein Bruchteil rechnet mit Wettbewerbsvorteilen für EU-Unternehmen auf internationalen Märkten (10,1 Prozent) oder dass sich die Verordnung positiv auf die eigene Geschäftsentwicklung auswirkt (5,0 Prozent).

Die 'ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft' findet sich zum Download hier.

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(vg)