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Unternehmen & Marken
09.03.2015

Unternehmen: Wenige Frauen schaffen es an die Spitze

In großen Familienunternehmen sind mit einem Anteil von 7,5 Prozent mehr Frauen in den Vorstandsetagen zu finden als in großen managergeführten Unternehmen (4,9 %). Insgesamt betrachtet findet sich jedoch gerade einmal in jedem siebten Großunternehmen (15 %) eine weibliche Führungskraft in der Unternehmensspitze. Und hat es eine Frau bis nach ganz oben geschafft, ist sie dort meist die einzige Vertreterin ihres Geschlechts: Lediglich in 1,3 Prozent der Großunternehmen sind zwei oder mehr Frauen im Top-Management aktiv.

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hat für die Untersuchung 'Frauen in der Unternehmensführung – Gelangen Frauen in Familienunternehmen häufiger in Top-Positionen?' die Daten von 6.575 großen Unternehmen aller Wirtschaftszweige ausgewertet. Diese würden mehrheitlich unter die Gesetzesinitiative der Bundesregierung fallen, die für börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen u. a. verpflichtende Zielvorgaben für den Anteil von Frauen am Vorstand, in den obersten Managementebenen und im Aufsichtsrat vorsieht.

Frauenquote reicht alleine nicht aus

"Die Eigentümer eines Familienunternehmens sind in starkem Maße daran interessiert, die Kontrolle im und über das Unternehmen zu behalten. Dies gelingt am besten, wenn sie selber oder Familienmitglieder die Unternehmensführung übernehmen", so Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn. Gehörten Frauen zu den Gründern und damit zu den Eigentümern des Unternehmens, seien sie quasi automatisch auch in der Unternehmensführung. Etwas weniger aussichtsreich sei der Weg an die Unternehmensspitze via familieninterner Nachfolge. Am geringsten seien für Frauen die Chancen, in die Unternehmensspitze zu gelangen, wenn sie nicht der Eigentümerfamilie angehören – was die übliche Ausgangslage in Nichtfamilienunternehmen sei.

"Eine Frauenquote reicht alleine vermutlich nicht aus, um den Frauenanteil in den großen Unternehmen spürbar zu erhöhen. Flankierend könnte die Mittelstandspolitik Anreize setzen, die hochqualifizierte Frauen stärker als bisher dazu veranlasst, Unternehmen in wachstumsträchtigen Branchen zu gründen. Auf diese Weise könnten Unternehmen entstehen, die mittelfristig in die Kategorie der Großunternehmen hineinwachsen und in denen Frauen an der Spitze stehen", so Dr. Rosemarie Kay.

(vg)