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Unternehmen & Marken, Handel
13.04.2017

Online-Lebensmittel: Jeder Zweite zeigt sich offen

Das Online-Angebot im Lebensmitteleinzelhandel erweitert sich stetig. Aktuell hat bereits jeder fünfte Deutsche (20 %) schon einmal Lebensmittel im Internet bestellt, weitere 20 Prozent können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun. In der Bevölkerung gibt es jedoch auch Vorbehalte: 70 Prozent bemängeln, dass man die Ware vor dem Onlinekauf nicht prüfen kann. Hinzu kommt, dass sechs von zehn (60 %) Deutschen angeben, gerne in den Supermarkt zu gehen und darauf nicht verzichten möchten. Händler, die hierauf die richtigen Antworten finden, können eine breite und kaufkräftige Zielgruppe für sich gewinnen.

Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie 'Supermarkt ade?' des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov.

Zielgruppe: jung, weiblich, hohes Einkommen


Für Anbieter, die den Markt des Online-Lebensmittelhandels erschließen oder weiter ausbauen möchten, ist es wichtig, insbesondere die 40 Prozent der Bevölkerung umfassende Potenzialgruppe (bestehend aus jenen, die sich vorstellen können, regelmäßig Lebensmittel online zu bestellen oder dies bereits tun) genauer zu analysieren. Diese Personen sind zu 55 Prozent weiblich und befinden sich häufig im Alter zwischen 35 und 44 Jahren. Auch verfügen 43 Prozent von ihnen über ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro gegenüber 36 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Personen in der Potenzialgruppe sind zudem mit 50 Prozent deutlich häufiger verheiratet (39 % in der Gesamtbevölkerung). Der Lebensmittelonlinehandel ist somit besonders für Familien interessant, wobei jedoch auch drei von zehn Personen in der Potenzialgruppe zu den Singles zählen, ähnlich viele wie in der Gesamtbevölkerung.

"Singles sollten beim Thema Online-Lebensmittel nicht außen vor gelassen werden", sagt Svenja Becker, Consultant bei YouGov. "Zu hohe Mindestbestellmengen schrecken diese kaufkräftige Zielgruppe häufig noch ab – hier sind single-freundliche Systeme gefragt." Zudem ist interessant, dass längst nicht nur Großstädter offen für Online-Lebensmittelbestellungen sind: Immerhin knapp jeder Dritte (28 %), der Lebensmittel und Pflegeprodukte im Netz bestellt, wohnt in ländlicher Umgebung.

Skepsis gegenüber Qualität der Online-Ware

Trotz des großen Potenzials treten neben der Qualitätsprüfung weitere Vorbehalte in der Gesamtbevölkerung zutage: Etwa die Hälfte (49 %) vertraut der Qualität der im Netz angebotenen Waren nicht, 46 Prozent empfinden die Versandkosten als zu hoch. Dabei muss beachtet werden, dass die Bedenken in der Bevölkerung variieren: Jene, die sich für Lebensmittelbestellungen interessieren oder diese bereits nutzen, beklagen eher, dass ihr "Stammgeschäft" keinen Bestellservice anbietet und das Angebot an Online-Lieferdiensten zu gering ist. Nicht-Nutzer hingegen kritisieren vermehrt die zusätzliche Umweltbelastung durch den Versand.

(rh)