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Unternehmen & Marken, Recht & Politik
13.12.2017

Firmeninsolvenzen: Eine Trendwende bahnt sich an

Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg (sind die Bundesländer mit den meisten finanzschwachen Unternehmen

Über 310.000 Unternehmen in Deutschland werden mit finanziellen Problemen in das Jahr 2018 starten, so eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei Criftbürgel zur Zahlungsfähigkeit und Überschuldung von Firmen in Deutschland. In der Analyse wurden 3.514.796 Unternehmen in Deutschland hinsichtlich ihrer Finanzstärke untersucht. Das zentrale Ergebnis: 8,9 Prozent der Unternehmen bzw. 311.723 Firmen insgesamt weisen derzeit eine schwache Bonität und damit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko aus. Im Vergleich zum Sprachgebrauch bei Veröffentlichungen zu Privatpersonen, gelten diese Unternehmen damit als überschuldet und haben ein erhöhtes Insolvenzrisiko. Die Anzahl der finanzschwachen Unternehmen erhöhte sich laut Studie im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent.

Die Firmeninsolvenzen werden 2017 zwar erneut und damit das achte Mal in Folge sinken. Am Jahresende rechnet Criftbürgel mit 20.500 Firmenpleiten und damit den niedrigsten Stand seit 1999. Dennoch geht die Wirtschaftsauskunft aufgrund des Anstiegs der Zahlen bei den finanzschwachen Unternehmen von einer sich anbahnenden Trendwende bei den Firmeninsolvenzen aus. Die derzeit gute Konjunktur in Deutschland sei dem starken Export und der Zinssituation geschuldet. Zudem nähmen Einkommen und Kaufkraft der Konsumenten weiter zu, was sich wiederum positiv auf die Unternehmen auswirkt. Globale wirtschaftliche und politische Veränderungen wie auch eine Zinswende könnten die Konjunktur jedoch stören und als verstärkende Effekte auf die Firmeninsolvenzzahlen wirken.

Beim Blick auf die regionale Verteilung der Firmen mit hohem Zahlungsausfall- bzw. Insolvenzrisiko zeigen sich große Unterschiede. In absoluten Zahlen stehen Nordrhein-Westfalen (72.045), Bayern (39.745) und Baden-Württemberg (32.980) an der Spitze der Statistik der Bundesländer mit den meisten finanzschwachen Unternehmen. Bezogen auf die Firmendichte geht die höchste Insolvenzgefahr derzeit von Unternehmen in Sachsen-Anhalt aus. Aktuell sind 12,6 Prozent der Unternehmen dort in einer finanziellen Schieflage und somit von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit betroffen. Aber auch in Sachsen (12,2 Prozent), Berlin (10,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (10,2 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (10,1 Prozent), Brandenburg (9,6 Prozent), Thüringen (9,4 Prozent) und Bremen (9,2 Prozent) ist die Insolvenzgefahr der Unternehmen höher als im Bundesdurchschnitt (8,9 Prozent). Prozentual betrachtet geht ein geringeres Risiko von Unternehmen in Bayern aus. Hier gelten nur 6,7 Prozent der Unternehmen bonitätsschwach.

In 15 Bundesländern hat sich die Zahl finanzschwacher Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht. Einzig in Mecklenburg-Vorpommern sank die Zahl der Firmen leicht um 0,5 Prozent. Am stärksten stieg die Zahl insolvenzgefährdeter Unternehmen in Baden-Württemberg (plus 12,8 Prozent) und in Bayern (plus 12,6 Prozent). Aber auch in Rheinland-Pfalz (plus 12,1 Prozent), Bremen und Saarland (plus 11 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 10,3 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (plus 10,1 Prozent) erhöhte sich die Zahl zweistellig.

Auch eine Analyse der 30 größten Städte in Deutschland zeigt regionale Unterschiede hinsichtlich des Zahlungsausfallrisikos von Unternehmen. Demnach haben Firmen in Duisburg das höchste Insolvenzrisiko - 12,2 Prozent der Firmen (2.130) sind von einer Zahlungsunfähigkeit bedroht. Weniger Risiko bergen die Unternehmen in München (5,4 Prozent; 5.411 Unternehmen); Münster (5,7 Prozent; 773 Unternehmen) und Stuttgart (5,7 Prozent; 1.932 Unternehmen).


(tor)