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Unternehmen & Marken, Recht & Politik
14.12.2017

Cyber-Kriminalität: Unternehmen unter Dauerbeschuss

Der finanzielle Gesamtschaden durch Cyberkriminelle für die deutsche Wirtschaft liegt nach Expertenschätzungen bei 50 Milliarden

Rund die Hälfte der mittleren und großen Unternehmen in Deutschland wird einmal pro Woche von Cyberkriminellen attackiert. Und mehr als vier Fünftel der großen Konzerne berichten von monatlichen, die Hälfte davon sogar von täglichen Angriffen, so Zahlen aus dem zweiten Teil des 'Cyber Security Reports' von Deloitte. Demnach liegt der potenzielle finanzielle Schaden pro Attacke bei durchschnittlich 700.000 Euro, der Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft nach Expertenschätzungen sogar bei 50 Milliarden. Trotzdem gibt es laut Report in jedem dritten mittleren und großen Unternehmen bis heute keine dezidierte Cyber-Security-Strategie. Und in jedem vierten Betrieb hat sich die Führung nur am Rande oder gar nicht mit dem Thema befasst. Zudem hat nur gut ein Drittel der Führungskräfte Kenntnis von der Existenz regulatorischer Vorgaben seitens des Gesetzgebers.

Fast 50 Prozent der an der Studie teilnehmenden Führungskräfte berichten von wöchentlichen, oft auch täglichen Cyberangriffen – bei den großen Unternehmen sind es sogar 83 Prozent. Damit hat sich die Zahl der täglichen bzw. wöchentlichen Attacken seit 2013 verdoppelt. Hinzu kommt eine beträchtliche Dunkelziffer, denn immerhin geht jeder Vierte davon aus, dass viele Angreifer weitgehend unbemerkt agieren.

Befürchtungen der Führungskräfte eher diffus

Führungskräfte fürchten vor allem um ihre Systeme und Server sowie eine mehr oder weniger ungezielte Destruktionslust der Angreifer. Jedoch hat knapp ein Fünftel der Befragten kaum eine Idee zur Motivation der Kriminellen. Sie wissen also nicht, ob etwa Wissen gestohlen oder Systeme lahmgelegt werden sollen. Insgesamt gehen die meisten Studienteilnehmer davon aus, dass die größte Gefahr für die deutsche Wirtschaft darin liegt, dass betriebliches Know-how gestohlen wird. Derartige Risiken können nicht ignoriert werden – was allerdings bei nur 46 Prozent der Unternehmen zu einem starken Gefahrenbewusstsein geführt hat.

Unternehmenslenker werten menschliches Fehlverhalten als größte Gefahr für die IT-Sicherheit: drei Viertel sehen hier große Gefahren. Knapp die Hälfte hat Bedenken hinsichtlich der Nutzung mobiler Endgeräte – gleichzeitig wird dem Schutz mobiler Endgeräte ein geringerer Stellenwert eingeräumt als noch im letzten Jahr. Ebenfalls rund die Hälfte hat Vorbehalte gegenüber Cloud Computing, wobei das Misstrauen hier langfristig schwächer wird. Generell werden externe Cloud-Dienste bevorzugt. Selbst in der Gruppe der Skeptiker nutzen 28 Prozent die Cloud.

Die komplette Studie finden Sie hier zum Download.


(tor)