Zum Markenverband
Die Stimme der Markenwirtschaft



Twitter

MARKENARTIKEL zwitschert jetzt.
Folgen Sie uns @markenartikler


Sie suchen einen Corporate Publisher?

Im CP GUIDE finden Sie die passenden Partner und Dienstleister für Ihre Corporate-Communications-Projekte, schnell, unkompliziert, aussagekräftig. mehr



Unternehmen & Marken
27.02.2018

Fast jedes zweite Unternehmen Opfer von Cybercrime

Analoge Wirtschaftskriminalität nimmt im Zweijahresvergleich zu, Cybercrime steigt (Foto: obs/PwC Deutschland/PwC-Grafik)

40 Prozent aller größeren deutschen Unternehmen waren laut der neunten PwC-Studie 'Wirtschaftskriminalität' in den letzten 24 Monaten mindestens einmal Ziel einer "CEO-Fraud"-Attacke – und damit einer Betrugsmasche, bei der Mitarbeiter von Firmen dazu gebracht werden, große Geldbeträge auf ausländische Konten zu überweisen. In fünf Prozent der Fälle hatten die Angreifer laut der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Erfolg. Die durchschnittliche Schadenssumme dieser Angriffsmethode, die technische Elemente mit 'Social Engeneering' kombiniert – indem etwa ein vermeintlicher Topmanager die Zahlung verlangt, liegt laut PwC deutlich höher als bei der typischen Cyber-Kriminalität.

Auch jenseits von 'CEO-Fraud' beherrscht Cybercrime laut der Studie mit 500 befragten Unternehmen die Wirtschaft hierzulande: Die Attacken nahmen zu (46 Prozent gegenüber 36 Prozent in 2016), die Fälle von Computerbetrug stiegen von 13 auf 21 Prozent. Es folgten die Manipulation von Konto- und Finanzdaten (14 Prozent), das Ausspähen und Abfangen von Passwörtern und anderen sensiblen Daten (14 Prozent), Fälle von Computersabotage und Datenveränderung (13 Prozent), die Fälschung beweiserheblicher Daten (6 Prozent) sowie Verstöße gegen Patent- und Markenrechte (6 Prozent).

Compliance-Programme wirken

Die Zunahme könne aber auch am immer offensiveren Vorgehen gegenüber Wirtschaftskriminalität liegen, die die Transparenz erhöht. Drei von vier Firmen mit über 500 Mitarbeitern haben demnach Compliance-Programme installiert, die Deliktfelder werden dabei immer stärker ausgeweitet: Datenschutzverletzungen (89 Prozent aller Unternehmen mit CMS), Korruption (83 Prozent), Vermögensdelikte (74 Prozent), Geldwäsche (65 Prozent) oder bei börsennotierten Unternehmen auch strafbarer Insiderhandel (76 Prozent). Im Vergleich dazu sei der Schutz vor Cybercrime mit 56 Prozent noch unzureichend, heißt es in der PwC-Meldung.

Die Fälle klassischer Wirtschaftskriminalität gehen unterdessen tendenziell zurück, belegt die PwC-Studie (2009: 61 Prozent betroffene Unternehmen, heute: 45 Prozent). Und der Erfolg von Compliance zeigt sich laut den Studienmachern auch bei der Korruption, von der nur noch sechs Prozent der Unternehmen direkt betroffen sind. Neben den Compliance-Programmen dürften auch die Reform des § 299 StG eine Rolle gespielt haben, mit dem Bestechlichkeit auch im geschäftlichen Verkehr außerhalb von Wettbewerbssituationen strafrechtlich verfolgt werden kann, sowie die mittlerweile häufig etablierten Hinweisgeber-Systeme für Mitarbeiter.

(sl)