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Unternehmen & Marken
10.01.2019

Mehrheit der Unternehmen kooperiert nicht mit globalen NGOs

Etwa jedes zehnte Unternehmen in Deutschland kooperiert beim gesellschaftlichen Engagement mit INGOs, also international agierenden NGOs (Quelle: Stifterverband/Plan International)

Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen in Deutschland kooperiert beim gesellschaftlichen Engagement mit international agierenden Nichtregierungsorganisationen. Das zeigen die Zahlen aus einer Sonderauswertung von Stifterverband, Berlin, und Plan International, Hamburg, die erstmals für Deutschland repräsentative Daten zu dieser Fragestellung erhoben hat.

Mehrheit bringt sich auf lokaler Ebene ein

Danach arbeiten fast alle Unternehmen in Deutschland (98 Prozent) im Rahmen ihres sozialen Engagements mit gesellschaftlichen Partnern zusammen. Die überwiegende Mehrheit der engagierten Unternehmen in Deutschland bringt sich jedoch vorwiegend auf lokaler (55 Prozent) und regionaler (28 Prozent) Ebene ein. Am häufigsten entscheiden sich die Firmen dabei für eine Kooperation mit lokalen Vereinen.

Nur ein kleiner Anteil (9 Prozent) ist auch oder vorwiegend auf europäischer oder internationaler Ebene engagiert. Bei der Kooperation zwischen Unternehmen und internationalen Nichtregierungsorganisationen (NGO) spielt die Größe des Unternehmens keine entscheidende Rolle: Es gibt sowohl Kleinstunternehmen und kleinere Mittelständler, die eine internationale gemeinnützige Organisation unterstützen, wie auch mittelgroße Betriebe, die solche Kooperationen sorgfältig pflegen.

Überdurchschnittlich häufig arbeiten nur Großkonzerne mit Standorten in verschiedenen Ländern mit internationalen NGOs zusammen. Besonders ausgeprägt ist die Kooperation von Unternehmen mit internationalen NGOs, wenn es um globale Themen wie Armut, Klimaschutz oder Menschenrechte geht.

Deutschland könnte UN-Nachhaltigkeitsziele verpassen

Stifterverband und Plan warnen: Die noch geringe Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und internationaler Zivilgesellschaft könnte den Erfolg der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie gefährden. Mit dieser Leitlinie will Deutschland die von der Weltgemeinschaft definierten globalen Entwicklungsziele bis 2030 erreichen.
 
"Die von den Vereinten Nationalen formulierten 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung können nur durch eine intensive Zusammenarbeit globaler Partnerschaften erreicht werden", sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International. "Gerade größere und international agierende Unternehmen sollten sich zielgerichtet mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung auseinandersetzen und ihr Engagement möglichst langfristig aufsetzen."
 
Basis für die Studie ist der Corporate Citizenship Survey von Stifterverband und Bertelsmann Stiftung, die größte bundesweit repräsentative Befragung zum gesellschaftlichen Engagement von in Deutschland ansässigen Unternehmen (zur Meldung). Für den Survey wurden zwischen September 2017 und Januar 2018 rund 120.000 Unternehmen angeschrieben. 7.368 Fragebögen konnten ausgewertet werden.

(vg)