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Recht & Politik, Handel
27.06.2017

Plagiate werden überwiegend auf dem Seeweg transportiert

Laut einem aktuellen Bericht des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) und der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) nutzen Schmuggler von nachgeahmten Waren Hong Kong, die Vereinigten Arabischen Emirate und Singapur als ihre zentralen Handelsdrehkreuze und importieren über sie ganze Containerladungen gefälschter Waren, die dann per Post oder Kurierdienste weiterbefördert werden.

Dem Bericht zufolge bilden verschiedene Orte im Nahen Osten, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens und des Jemens, Haupttransitpunkte für die Versendung gefälschter Waren nach Afrika. Vier Transitpunkte – Albanien, Ägypten, Marokko und die Ukraine – werden genutzt, um gefälschte Waren in die Europäische Union zu verschicken, wohingegen Panama als wichtiger Transitpunkt für nachgeahmte Waren auf dem Weg in die Vereinigten Staaten fungiert.

Etwa drei Viertel der gefälschten Waren werden auf dem Seeweg transportiert, wobei zunehmend Kurierdienste und die reguläre Post als übliche Wege zur Verbringung kleinerer nachgeahmter Artikel benutzt werden. Im Jahr 2013 entfielen 43 Prozent aller Beförderungen von gefälschten Waren auf Sendungen mit weniger als zehn Artikeln.

China ist Hauptproduzent von gefälschten Waren

Die Mehrzahl der gefälschten Waren in neun von zehn untersuchten zentralen Wirtschaftszweigen wird in China hergestellt. Verschiedene asiatische Volkswirtschaften, wie Indien, Thailand, die Türkei, Malaysia, Pakistan und Vietnam, sind bedeutende Hersteller in zahlreichen Branchen, allerdings spielen sie eine geringere Rolle als China. Die Türkei ist augenscheinlich in einigen Branchen ein großer Hersteller gefälschter Waren, wie Lederwaren, Lebensmittel und Kosmetika, die dann in die EU versendet werden.

Die zehn im Bericht untersuchten Wirtschaftszweige machen weltweit mehr als die Hälfte des gesamten geschätzten Handels mit gefälschten Waren aus; 2013 betrug das entsprechende Handelsvolumen 208 Mrd. EUR. Zu den gefälschten Waren zählen: Lebensmittel; pharmazeutische Erzeugnisse; Parfümeriewaren und Kosmetika; Lederwaren und Taschen; Bekleidungsstücke und Stoffe; Schuhwaren; Juwelierwaren; elektronische und elektrische Geräte; optische, fotografische und medizinische Geräte sowie Spielwaren, Spiele und Sportgeräte.

"Bei all den immensen Vorteilen, die die Globalisierung mit sich bringt, bietet sie leider auch Möglichkeiten für kriminelle Netzwerke, von illegalem Handel mit nachgeahmten Waren zu Lasten der Verbraucher, der Unternehmen und des Staates zu profitieren. Die einzige Antwort darauf ist eine engere Zusammenarbeit zwischen nationalen Zollbehörden, Strafverfolgungsbehörden, internationalen Organisationen, Unternehmen und Verbrauchern", erklärt Rolf Alter, Direktor für öffentliche Verwaltung der OECD.

Nachgeahmte Waren werden in zunehmendem Maße über Online-Märkte vertrieben. Im Internet verkaufte Produkte werden zumeist als Päckchen per Post oder Kurierdienste häufig direkt an die Kunden verschickt, und es ist festzustellen, dass die Technologie für die Kriminalität im Bereich der Rechte des geistigen Eigentums eine zunehmend wichtige Rolle spielt, so ein weiteres Ergbnis der Analyse.

(rh)