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Junge Unternehmen werden bei Investitionen benachteiligt

Private Investitionen hängen entscheidend von der Umsatzentwicklung eines Unternehmens und dessen Kapitalkosten ab. Aufgrund der geltenden Steuerregeln sind dabei Unternehmen benachteiligt, die Investitionen mit Eigenkapital finanzieren und geringere Chancen für eine Fremdfinanzierung haben – also insbesondere junge und innovative Unternehmen. Dies sind zentrale Ergebnisse der Studie 'Rahmenbedingungen für private Investitionen in Deutschland' des ifo Instituts im Auftrag der Impuls-Stiftung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). "Steigender Umsatz weist einen deutlich positiven Effekt auf die Investitionen aus; dagegen beeinflussen steigende Kapitalkosten die Investitionstätigkeit erkennbar negativ", sagt Prof. Dr. Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie. Vor allem bremsen Kapitalkosten die Erweiterungsinvestitionen.

"Die bestehenden Steuerregeln sind leider nicht investitionsneutral. So sind Unternehmen benachteiligt, die Investitionen mit Eigenkapital finanzieren", fügt Potrafke hinzu. Dies sei vor allem für Firmen bedeutsam, deren Fremdfinanzierungsmöglichkeiten beschränkt seien, wie junge und innovative Unternehmen mit hohem Risiko. "Daher sollte eine steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinsen auf frisches Eigenkapital eingeführt werden, was die dringend benötigten Investitionsanreize verbessert. Altes Eigenkapital in Unternehmen hingegen sollte nicht steuerlich begünstigt werden", so Potrafke.

Maschinen- und Anlagenbau: Fokus auf Kapazitätserweiterung

Mit Blick auf den Maschinen- und Anlagenbau kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen insbesondere auf Kapazitätserweiterungen fokussiert. Daneben stellen Ersatzbeschaffungen ein bedeutendes Investitionsmotiv dar.

"Die Studie im Auftrag der Impuls-Stiftung zeigt eindrucksvoll, welche Erklärungsgründe für das Niveau der privaten Investitionstätigkeit in Deutschland vorliegen und welche Investitionshemmnisse es durch staatliche Rahmenbedingungen gibt. Fakt ist: Insbesondere die mangelnde Finanzierungsneutralität der Besteuerung, d.h. die Benachteiligung von Eigenkapital, hat die Investitionstätigkeit behindert. Hier ist politisches Handeln dringend geboten, im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland", so  Dr. Thomas Lindner, Vorsitzender des Kuratoriums der Impuls-Stiftung.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten laut den Autoren auch, dass Unternehmen in Zeiten guter Finanzierungslage mehr investieren, während sie bei schlechter Finanzierung zurückhaltender sind. Rationalisierungs- und Ersatzbeschaffungsinvestitionen seien eher nicht von den Kapitalkosten beeinflusst.

Die Grundlage der empirischen Untersuchung bildete ein am ifo Institut entwickelter Datensatz (EBDC Business Investment Panel), in dem die Umfragedaten des ifo Investitionstests mit Bilanzdaten deutscher Firmen aus den Datenbanken Amadeus und Hoppenstedt kombiniert wurden. Der Untersuchungszeitraum umfasste die Jahre 1994 bis 2012. Die Stichprobe beinhaltete über 2.400 einzelne Beobachtungen bei rund 500 Unternehmen.


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vg 15.01.2016