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Führungskräfte haben wenig Vertrauen in die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung

Die Mehrheit der Deutschen ist der Meinung, dass die Bundesregierung kein überzeugendes Konzept für digitalen Wandel hat. Fast 60 Prozent halten sie beim Thema Digitalisierung für wenig kompetent. 91 Prozent der Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik haben nicht den Eindruck, dass die Bundesregierung ein überzeugendes Konzept für den digitalen Wandel hat.

Das ist das Ergebnis des Digitalreports 2020 des European Center for Digital Competitiveness der ESCP Business School Berlin und des Instituts für Demoskopie Allensbach. Der Digitalreport basiert auf einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage mit 1.298 mündlich persönlichen Interviews zwischen dem 2. und 13. November 2019 sowie Ergebnissen aus einer Umfrage von rund 500 Führungskräften aus Wirtschaft und Politik. Er wurde in diesem Jahr erstmals veröffentlicht und soll fortan jährlich erscheinen.

Digitalisierung essentiell für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands

79 Prozent der befragten Spitzenkräfte sind demnach er Meinung, dass die Digitalisierung essentiell für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist.

Die Digitalisierung und der digitale Wandel sind auch für die Bundesbürger ein wichtiges Thema. Insbesondere die Rolle der Politik wird aus Sicht der Deutschen bei diesem Thema als zentral eingeschätzt: 90 Prozent sind der Meinung, dass sich die Politik im Bereich Digitalisierung auskennen und einschätzen können muss, was auf politischer Ebene im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel unternommen werden sollte.

Der digitale Wandel wird nicht ausreichend durch die Politik unterstützt

Trotz der wachsenden Bedeutung, die das Thema Digitalisierung in der Politik gewinnt, kommt der digitale Wandel bisher nach dem Eindruck der Führungskräfte nicht voran. 89 Prozent der befragten Führungskräfte bescheinigen Deutschland bei diesem wichtigen Thema einen deutlichen Rückstand.
Auch die durch den Staat beeinflussten Bereiche wie Ämter oder Behörden hinken bei der Digitalisierung deutlich hinterher. Nur fünf Prozent der befragten Spitzenkräfte sind der Meinung, dass der Staat, Ämter und Behörden gut für die Digitalisierung aufgestellt sind. Zum Vergleich: Bei der Wirtschaft sind es 33 Prozent. Am besten wird die Wissenschaft mit 46 Prozent bewertet.

Politik spielt bedeutende Rolle beim Aufholen des digitalen Rückstands

Dem Staat kommt beim Aufholen dieses Rückstands eine zentrale Rolle zu. 87 Prozent der befragten Führungskräfte glauben, dass die Bundesregierung sehr viel dazu beitragen kann, die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben. 86 Prozent sagen aber auch, dass die Bundesregierung den digitalen Wandel nicht ausreichend unterstützt.

Politik muss schnell reagieren, um digitalen Rückstand aufzuholen

"Die Bundesregierung und alle Parteien müssen die Bedeutung der Digitalisierung für den Wirtschaftsstandort Deutschland erkennen und schnell überzeugende Konzepte für den digitalen Wandel vorlegen, sagt Professor Philip Meissner vom European Center for Digital Competitiveness der ESCP Business School Berlin.

Da das Thema Digitalisierung nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus geopolitischer Sicht entscheidend sei, müsse schnell gehandelt werden. Es gehe um konkrete Maßnahmen. "Die Schaffung eines Digitalministeriums wäre der erste Schritt", so Meissner. "Außerdem brauchen wir in Deutschland mehr Geld für neue Technologien, Innovation und Start-ups. Optionen hierfür wären der Ausbau staatlicher Investitionen in Technologie oder ein Staatsfonds für Investitionen in innovative Unternehmen.“" Die Politik könne hier durchaus von Erfolgen anderer Länder lernen und Maßnahmen, die in Singapur, Schweden oder den USA funktionieren auch in Deutschland umsetzen.

Weitere Ergebnisse finden Sie hier.

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(vg) 13.01.2020