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Einzelhandel: Mittelstand verliert Anschluss an Digitalisierung


Umsatzplus von zwei Prozent im Einzelhandel (Quelle: HDE)

Die Umsätze des Einzelhandels in Deutschland wachsen in diesem Jahr im Vergleich zu 2018 um zwei Prozent - auf dann rund 537 Milliarden Euro. Preisbereinigt wird das Umsatzplus rund 0,5 Prozent betragen. Wachstumstreiber bleibt der Online-Handel. So wächst der stationäre Einzelhandel um nominal 1,3 Prozent, während der Online-Handel seine Erlöse um rund neun Prozent auf 57,8 Milliarden Euro erhöht. Damit steht der E-Commerce für fast die Hälfte des absoluten Jahreswachstums im Einzelhandel.

Die Unternehmerumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 850 Betrieben aller Größen, Standorte und Vertriebskanäle zeigt aber, dass sich vor allem viele mittelständische Händler mit den Herausforderungen der Digitalisierung schwer tun. So nutzen zwei Drittel der vom HDE Befragten den Vertriebsweg Internet nicht. "Wer heutzutage nicht im Internet vertreten ist, existiert für viele Kunden gar nicht mehr. Die Kunden erwarten, dass sie den Händler in der Fußgängerzone und im Internet finden". betont HDE-Geschäftsführer Stephan Genth.

HDE fordert gleiche Regeln für alle auf EU-Ebene

Viele Händler ließen sich insbesondere von den komplexen Anforderungen an den Datenschutz abschrecken. 42 Prozent nennen Anforderungen an Datenschutz/ Datensicherheit als Digitalisierungshemmnis, gefolgt von hohem Investitionsbedarf (41) sowie rechtlichen Risiken wie Abmahnungen (34 %).

Der HDE fordert deshalb, den Wettbewerb auf EU-Ebene fair zu gestalten. So müssten für Unternehmen, die ihren Sitz außerhalb der EU haben, aber in der EU tätig sind, dieselben Regeln und Pflichten angewendet werden wie für Unternehmen aus EU-Mitgliedstaaten. Derzeit sei das bei Daten- und Verbraucherschutz sowie Produktsicherheit nicht der Fall.



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(vg) 11.09.2019