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Klimaneutral: Nestlé will Emissionen bis 2050 auf Null reduzieren

Der Konsumgüterhersteller Nestlé mit Deutschlandsitz in Frankfurt hat gestern (12.9.) angekündigt, bis 2050 seine Netto-Treibhausgasemissionen auf null zu senken. Das Unternehmen schließt sich damit dem Ziel des Pariser Abkommens an, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Nestlé-CEO Mark Schneider sagt: "Die Zeit wird knapp, um die gravierendsten Auswirkungen der globalen Erderwärmung abzuwenden. Deshalb setzt sich Nestlé jetzt noch ambitioniertere Ziele, um einen Ausstoß von netto null zu erreichen. Mit unseren global zur Verfügung stehenden Ressourcen und unserer Branchenexpertise können wir wirklich etwas in Bewegung setzen."

Folgende Maßnahmen sind geplant, um die Klimaneutralität zu erreichen:

  • Beschleunigung des Wandels im Produktportfolio: Nestlé wird mehr Produkte lancieren die eine bessere Umweltbilanz aufweisen und zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Dazu gehören unter anderem mehr pflanzenbasierte Lebensmittel und Getränke. Nestlé will zudem ihre Produkte mit klimafreundlicheren Zutaten reformulieren. Zudem setzt das Unternehmen auf alternative Verpackungsmaterialien.
  • Verwendung von 100 Prozent erneuerbarer Elektrizität in den eigenen Fabriken, Lagern, Büros sowie in der Logistik: Ein Drittel der Fabriken von Nestlé verwendet laut Unternehmen bereits zu 100 Prozent erneuerbare Elektrizität. Nestlé will die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen weiter erhöhen.
  • Ausweitung von Initiativen in der Landwirtschaft um mehr Kohlenstoff aufzunehmen: Nestlé will die Programme mit Landwirten zur Renaturierung von Böden und zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen verstärken. Dazu gehört ein verbessertes Management der Lieferkette für Milchprodukte. Zudem sollen die Bemühungen zum Schutz der Wälder durch Wiederaufforstung und die Verbesserung der Biodiversität verstärkt werden.

Treibhausgasemissionen sollen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesenkt werden, kündigte Nestlé zudem an. Vertriebswege sollen zum Beispiel optimiert werden, Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren.

Nestlé eröffnet Forschungsinstitut für Verpackung der Lebensmittelindustrie

Gestern wurde auch das Institute of Packaging Sciences in Lausanne in der Schweiz offiziell eingeweiht. Es soll Nestlé helfen, "die Einführung funktioneller, sicherer und umweltfreundlicher Verpackungslösungen zu beschleunigen", teilte das Unternehmen mit. Nestlé-CEO Mark Schneider betont: "Keine unserer Verpackungen sollte als Abfall auf Mülldeponien oder in der Umwelt landen. Deshalb führen wir wieder verwendbare Verpackungslösungen ein und leisten Pionierarbeit bei umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien. Darüber hinaus unterstützen wir die Entwicklung lokaler Recyclinginfrastrukturen und Pfandsysteme, um eine abfallfreie Zukunft zu gewährleisten."

Das Nestlé Institute of Packaging Sciences konzentriert sich laut Unternehmen auf bestimmte Wissenschafts- und Technologiebereiche. Dazu gehören Mehrwegverpackungen, Vereinfachung komplexer Verpackungsmaterialien, recycelte Verpackungsmaterialien, Hochleistungsbarrierepapiere sowie bio-basierte, kompostierbare und biologisch abbaubare Materialien. Nestlé-Mitarbeiter sollen gemeinsam mit den Nestlé-Entwicklungszentren, Lieferanten, Forschungseinrichtungen und Start-ups neue umweltfreundliche Verpackungsmaterialien und -systeme entwickeln und testen.

Negativpreis 'Goldner Geier' für Vittel-Flasche

Erst in dieser Woche hat die Deutsche Umwelthilfe an die Vittel 0,33l-Flasche den Negativpreis 'Goldener Geier' verliehen. Verbraucher wählten die Plastikflaschen der französischen Mineralwassermarke zur unsinnigsten Plastikverpackung des Jahres. "Wie jede andere PET-Flasche auch, ist die ausgewählte Flasche Teil des Pfandsystems und damit recyclingfähig", sagte dazu Marc Honold, Geschäftsführer Nestlé Waters Deutschland und Österreich. "Den 'Goldenen Geier' sehen wir trotzdem als Ansporn, denn die Deutsche Umwelthilfe und wir haben ein gemeinsames Ziel: bessere und nachhaltigere Verpackungen. Deshalb besteht die Flasche heute schon zu 35 Prozent aus recyceltem Kunststoff. Ab 2020 stellen wir sowohl die 0,33l- als auch die 0,5l-Flasche auf 100 Prozent recycelten Kunststoff um, noch in diesem Jahr die 0,75l-Flasche." Auch die Umverpackung bestehe aus 50 Prozent recycelten Kunststoff.



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(vg) 13.09.2019