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CEO benötigt künftig hohes Gespür für Kundenbedürfnisse, Markt und Innovation

51 der 100 CEOs der an der amerikanischen Technologie-Börse NASDAQ gelisteten Unternehmen haben eine Karriere im Umfeld von Produkt, Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb absolviert. 16 der heutigen NASDAQ-CEOs waren in ihrer Karriere in herausgehobener Position bereits für Produkte sowie Produktentwicklung verantwortlich. Genauso viele waren, bevor sie das höchste Position im Unternehmen erklommen haben, für Sales und/oder Marketing zuständig. Und 19 der Vorstandschefs sind die Gründer ihres Unternehmens und damit unmittelbar Mit-Erfinder der maßgeblichen Produkte und Dienstleistungen. Nur zwölf Prozent waren vor der Beförderung zum Vorstandschef als Chief Financial Officer (CFO) zuständig für die Finanzen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry.

"Im Technologie-getriebenen Umfeld des NASDAQ geht es bei vielen Unternehmen darum, die innovativsten Produkte am schnellsten und mit der größtmöglichen, weltweiten Skalierbarkeit anzubieten", sagt Alexander Wink, Senior Client Partner und Leiter der EMEA-Digitaleinheit im Executive Search von Korn Ferry. "Darum ist es für den CEO immens wichtig, ein möglichst gutes Gefühl für Kundenbedürfnisse, Vermarktbarkeit, das gesamte Marktumfeld und Innovation zu entwickeln. Das kann er sicherlich dann am besten, wenn er selbst einmal Produkte entwickelt, verantwortet oder maßgeblich vertrieben hat."

Bisher dominieren andere Karrierepfade in Deutschland

In Deutschland ist dieser Trend noch nicht spürbar angekommen. Nach einer Untersuchung von Korn Ferry im Jahr 2018 war ein Fünftel der heutigen Chefs eines DAX/MDAX/SDAX/TecDAX-Unternehmens zuvor schon CFO im Laufe der Karriere. Vertriebschefs, die unmittelbar danach zum Firmenlenker aufgestiegen sind, kommen vereinzelt vor, sind aber statistisch nicht relevant (< 2%). Kein einziger von 170 deutschen Vorstandschefs war vor seinem Erstantritt als CEO unmittelbar zuvor Chief Marketing Officer seines Konzerns. Weniger als vier Prozent der heutigen deutschen CEOs haben ihre Laufbahn im Marketing begonnen, immerhin elf Prozent im Vertrieb und 17 Prozent in der Forschung und Entwicklung. Aber: Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) der Vorstandschefs war zuvor Chef einer operativen Geschäftseinheit, sogar 28 Prozent bevor sie das erste Mal CEO wurden.

"Es drängt sich der Eindruck auf, dass diese Ära bald vorüber sein könnte, wenn man sich vielfach die Einschläge in alte eingesessene Branchen durch weltweite Tech-Startups anschaut", sagt Wink. "Die Automobilindustrie ist gerade dabei das Automobil und Mobilität neu zu erfinden, der Handel hat vielfach reagiert und sich komplett neu aufgestellt, der Finanzsektor kämpft auf breiter Front. Und alle eint die Herausforderung: Die neuen Bedürfnisse ihrer Kunden möglichst frühzeitig zu erkennen, die entsprechenden Produkte auf diese Bedürfnisse hin sehr rasch zu entwickeln und dann gezielt auf den Markt zu bringen. Da wird es künftig einer deutlich anderen Produktsensibilität bedürfen als in den vergangenen 20 Jahren deutscher Wirtschaftsgeschichte.

Über die Untersuchung

Korn Ferry hat im Q3.2019 die öffentlich ersichtlichen Lebensläufe der 100 NASDAQ-CEOs untersucht und näherungsweise nachgebildet, inwieweit die heutigen Top-Manager maßgeblich Produkt-Verantwortung in ihrer Karriere getragen haben. Zur Untersuchung der deutschen Manager hat Korn Ferry im April 2018 die Lebensläufe von 170 Vorstandsvorsitzenden der Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX ausgewertet, um zu prüfen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die jeweiligen Karrierewege aufweisen.



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(vg) 14.10.2019