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Frauenanteil im Vorstand der Telekommunikationsbranche am höchsten

Frauenanteil in Vorstandsgremien steigt weiter an – jedes elfte Vorstandsmitglied eine Frau (Quelle: EY)
Frauenanteil in Vorstandsgremien steigt weiter an – jedes elfte Vorstandsmitglied eine Frau (Quelle: EY)

Der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen der DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen ist im vergangenen Jahr um 0,9 Prozentpunkte gestiegen und liegt jetzt bei 9,2 Prozent. Damit ist der Frauenanteil seit Juli 2015 kontinuierlich gestiegen. Damals lag er gerade einmal bei fünf Prozent. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Struktur der Vorstände der 160 im DAX, MDAX und SDAX gelisteten Unternehmen, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zweimal jährlich durchführt.

Zahl der Frauen in den Vorständen der steigt im Jahresvergleich von 58 auf 64

In den 160 Konzernen arbeiteten zum Stichtag 1. Januar 2020 insgesamt 64 Frauen in den Vorstandsgremien – das sind sechs Frauen mehr als noch vor einem Jahr und drei mehr als zur Jahresmitte 2019. Die Zahl der männlichen Vorstände ist gleichzeitig sogar leicht zurückgegangen: Derzeit sitzen 697 Männer in den Vorstandsgremien, das sind zwei weniger als noch vor einem Jahr.

Zwar steigt die Zahl der Frauen in den Vorständen – allerdings sind die ausschließlich von Männern geführten Unternehmen weiterhin deutlich in der Mehrheit: In 66 Prozent der Vorstandsgremien sitzt keine Frau. Zwischen den Indizes gibt es zudem erhebliche Unterschiede: Während im DAX mehr als drei Viertel der Unternehmen (77 Prozent) mindestens eine Frau im Vorstand haben, sind es im MDAX nur 28 Prozent und im SDAX 20 Prozent.

So ist im DAX der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder mit 14,7 Prozent auch mit Abstand am höchsten, im MDAX sind es 8,4 Prozent. Im SDAX beträgt er lediglich 5,6 Prozent.

Fünf Unternehmen werden von weiblichen CEOs geführt

Wie schon im Vorjahr werden die Unternehmen DIC Asset, Hamburger Hafen und Logistik und GrenkeLeasing von einer Frau geführt. Medigene wird nicht mehr im SDAX gelistet und daher in dieser Analyse nicht mehr berücksichtigt. Dafür ist Martina Merz bei der Thyssenkrupp AG vom Aufsichtsrat auf den Chefsessel im Vorstand gerückt – wenn auch nur vorübergehend. SAP setzt zudem als erstes DAX-Unternehmen auf eine Chefin: Jennifer Morgan führt den Softwarekonzern seit Oktober als Co-CEO.

Frauen schaffen es in der Telekommunikationsbranche am häufigsten ins Top-Management

Besonders häufig sind Frauen in den Chefetagen von Telekommunikationsunternehmen anzutreffen, wo ihr Anteil bei 16 Prozent liegt. An zweiter und dritter Stelle folgen die Automobilbranche und Transport- & Logistikunternehmen mit jeweils knapp 14 Prozent. Dagegen befindet sich bei den börsennotierten Energieversorgern und Medienunternehmen keine einzige Frau im Vorstand.

Weibliche Vorstandsmitglieder sind in erster Linie für operative Bereiche ihrer Unternehmen zuständig – etwa für Produktion oder Logistik: 30 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder tragen Verantwortung für das operative Geschäft. Jeweils 22 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder verantworten die Bereiche Personal und Finanzen.



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(vg) 13.01.2020