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Handel und Textilunternehmen fordern Regierung zum Handeln auf

Die Corona-Krise bedroht die wirtschaftliche Existenz vieler Unternehmen. Auch der mittelständische Modefachhandel und Textilindustrie sind aufgrund des aktuellen Lock Downs in Gefahr. 13 Unternehmen der deutschen Textilindustrie, darunter Bogner, Brax, Falke, Marc Cain, Marc O'Polo, Mey und S.Oliver Group, haben deshalb einen Appell an die Politik gerichtet und drängen auf schnelle Hilfen aus Berlin. Die avisierte Unterstützung der Regierung über KfW-Darlehen werde viele Unternehmen nicht oder zu spät erreichen, fürchten sie. In ihrem gemeinsamen Schreiben heißt es:

"Auch mit den KfW-Darlehen bleibt ein Restrisiko von zehn Prozent bei den Banken. Die Banken sind aufgrund des schieren Volumens, aber auch aufgrund des Risikoprofils des Handels vermutlich nicht in der Lage, alle erforderlichen Freigaben zeitnah zu bestätigen. Gleichzeitig leiden Industrie und Handel unter dem Totalausfall einer gesamten Frühjahr/Sommer Saison. Wir brauchen eine Lösung zum Fortbestand des Facheinzelhandels und der Industrie, so die einstimmige Meinung der Unterzeichner."

Man brauche einen Rettungsschirm, der die Liquidität der Händler unterstütze. Die 13 Unternehmen aus der Textilindustrie schlagen deshalb vor, dass die Regierung den Top 30 der textilen Industrieunternehmen einen Liquiditätsfonds von 850 Mio. Euro zur Verfügung stellen soll. Die daraus entstehende Liquidität wolle die Industrie nutzen, um dem Facheinzelhandel alle Herbst/Winter-Lieferungen mit 180 Tagen Valuta zukommen zu lassen. Die Industrie übernehme zehn Prozent des Haftungsrisikos. Die Verwaltung, Kontrolle und Rückführung werde von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungskanzlei übernommen. Der Fonds sollte nach Ablauf dann entsprechend aufgelöst und zurückgeführt werden.

Corona-Epidemie: Handel warnt vor Pleitewelle

In einer gemeinsamen Erklärung fordern auch HDE sowie Volkswagen und Audi Partnerverband (VAPV) Nachbesserungen bei den geplanten Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise. In der gemeinsamen Erklärung heißt es:

"Wir begrüßen die geplanten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung. Aber wir sehen weiterhin die Gefahr, dass die Kreditbewilligung durch die Banken zu lange dauert.“

Die Regierung müsse daher bei dem Hilfspaket erheblich nachbessern. Ansonsten drohe eine Pleitewelle in den deutschen Innenstädten, unter anderem bei alteingesessenen Schuh- und Bekleidungsfilialisten. Bei ungefähr einem Sechstel der Händler handele es sich zudem um mittelgroße Unternehmen, die nicht vom Soforthilfeprogramm der Bunderegierung profitierten.

"Sie laufen Gefahr, zwischen den einzelnen Förderprogrammen der Bundesregierung durchzufallen. Auch für solche Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern müsste der Staat Soforthilfen leisten, indem er zum Beispiel die horrenden Mietkosten in den deutschen Innenstädten bezuschusst."


Die Verbände fordern außerdem größere Erleichterungen für Unternehmen, die einen Kredit bei ihrer Hausbank beantragen. Die Förderbank KfW solle für 100 Prozent des Ausfallrisikos bürgen.



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(vg) 25.03.2020



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