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Kampf gegen Cyberangriffe: Unternehmen nutzen verstärkt Künstliche Intelligenz

IT-Sicherheit: Mehr als jedes zweite Unternehmen wünscht sich strengere staatliche Vorgaben (Foto: Fotolia)
IT-Sicherheit: Mehr als jedes zweite Unternehmen wünscht sich strengere staatliche Vorgaben (Foto: Fotolia)

Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland (47 Prozent) fordert höhere gesetzliche Anforderungen an die IT-Sicherheit in der Wirtschaft. Das hat eine repräsentative Ipsos-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 503 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern ergeben. Befragt wurden IT-Sicherheitsverantwortliche, IT-Leiter und Mitglieder der Geschäftsleitung.

59 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Regulierung durch den Gesetzgeber wichtig ist und zu einer besseren IT-Sicherheit ihres Unternehmens beiträgt. Die wichtigsten Gründe für den Wunsch nach strengeren staatlichen Vorgaben seien eigene Erfahrungen mit Cyberkriminalität und die digitale Transformation. In der Umfrage geben drei von vier Unternehmen an (77 Prozent), dass die Bedeutung der IT-Sicherheit in den vergangenen fünf Jahren für sie gestiegen ist. Als Gründe für das Umdenken nennen 78 Prozent der Befragten die zunehmende Digitalisierung, 41 Prozent Berichte über immer neue Cyberangriffe und 29 Prozent einen IT-Sicherheitsvorfall im eigenen Unternehmen.

Nach den Ergebnissen der Umfrage hatte gut jedes achte Unternehmen (13 Prozent) in den vergangenen 12 Monaten vor der Befragung einen IT-Sicherheitsvorfall. Jedes vierte betroffene Unternehmen (26 Prozent) berichtet von Phishing-Angriffen, bei denen – in der Regel per E-Mail – Schadsoftware in die Organisation eingeschleust wird. An zweiter Stelle steht Ransomware (19 Prozent), mit deren Hilfe Cyberkriminelle die IT-Systeme einer Organisation lahmlegen und die Unternehmen dann erpressen. Ein weiteres weit verbreitetes Phänomen ist Social Engineering (9 Prozent). Mitarbeiter werden gezielt manipuliert, um sich Zugang zu den IT-Systemen des Unternehmens zu verschaffen. Weitere Angriffsszenarien sind Man-in-the-middle-, Passwort- und DDoS-Angriffe.

Mit KI gegen kriminelle Hacker

In den vergangenen 24 Monaten haben die Unternehmen zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die IT-Sicherheit zu verbessern. 71 Prozent lassen sich von externen Sicherheitsspezialisten beraten. Zwei von drei Unternehmen (64 Prozent) haben neue Software für IT-Sicherheit eingeführt und 60 Prozent Schulungen für die Belegschaft durchgeführt. Immerhin fast jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) hat sein Budget für IT-Sicherheit in den vergangenen zwei Jahren erhöht und 17 Prozent zusätzliche IT-Mitarbeiter für diesen Zweck eingestellt. Und jedes vierte Unternehmen hat Notfallübungen durchgeführt.

Bei Systemen für die Angriffserkennung kommt häufig Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Laut Umfrage nutzt bereits jedes achte Unternehmen (12 Prozent) Künstliche Intelligenz für seinen eigenen Schutz. Unter den großen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern sind es sogar 38 Prozent. Die Unternehmen nutzen KI derzeit vor allem, um Schad-Software (90 Prozent) oder Anomalien in Datenströmen (70 Prozent) zu erkennen. Eine weitere Anwendung sind moderne Authentifizierungsverfahren, zum Beispiel Gesichts- oder Spracherkennung, die 37 Prozent der KI-Nutzer einsetzen. Allerdings sind sich nur relativ wenige Unternehmen dieser Möglichkeiten bewusst. Nur 29 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sich ihr Unternehmen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz besser schützen kann. Dagegen sagen fast zwei Drittel (63 Prozent), dass KI in den Händen von Cyberkriminellen eine steigende Gefahr für die IT-Sicherheit ihres Unternehmens darstellt. Mit KI lassen sich Cyberangriffe zum Beispiel automatisieren und personalisieren.




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(tor) 04.11.2019