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Studie untersucht Effekte von Algorithmen auf den Wettbewerb

Eine Studie der Autorité de la concurrence, Paris, und des Bundeskartellamtes, Bonn, untersucht, ob und inwiefern Algorithmen negative Effekte auf den Wettbewerb haben könnten. Für das Projekt Algorithms and Competition haben sich die beiden Behörden dem Konzept des Algorithmus‘ sowie verschiedenen Anwendungsarten und -bereichen gewidmet. Dabei haben sie sich insbesondere auf Preissetzungsalgorithmen und Kollusion konzentriert, aber auch potentielle Wechselwirkungen zwischen Algorithmen und der Marktmacht der Unternehmen, die diese nutzen, betrachtet. Außerdem wurden praktische Herausforderungen bei der Untersuchung von Algorithmen beleuchtet.

Isabelle de Silva, Präsidentin der Autorité de la concurrence: "Algorithmen werden in der digitalen Wirtschaft ständig verwendet und sind Kernbestandteil einiger schnell wachsender Geschäftsfelder wie Online-Reisebuchungen, Online-Handel oder Online-Werbung, um nur einige zu nennen. Es ist sehr wichtig, dass wir uns die Funktionsweise dieser Algorithmen genauer ansehen. Wir müssen feststellen, ob das Risiko besteht, dass Algorithmen Verhaltensweisen erleichtern oder ermöglichen, die dem Wettbewerbsrecht zuwiderlaufen. Mit der gemeinsam mit dem Bundeskartellamt durchgeführten Studie möchten wir eine gemeinsame Sichtweise auf dieses Thema erreichen und die Grundlage für eine Diskussion mit relevanten Akteuren schaffen."

Konstante Weiterentwicklung ist wichtig

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Wettbewerbsbehörden bereits ein gewisses Spektrum von Fällen mit Algorithmen bearbeitet haben, die keine besonderen rechtlichen Schwierigkeiten aufgeworfen haben. Es sei aber unklar ist, mit welchen Fällen die Wettbewerbsbehörden in Zukunft konfrontiert sein werden. Daher sei es noch nicht absehbar, ob und in welcher Weise die derzeitige Rechtsordnung und das methodische Instrumentarium überdacht werden müssen. Im Zuge der Weiterentwicklung der digitalen Märkte sollten die Behörden ihr Fachwissen über Algorithmen im Austausch miteinander sowie durch die Interaktion mit Unternehmen, Wissenschaftlern und anderen Regulierungsbehörden weiter ausbauen, heißt es.

Hier finden Sie die Studie Algorithms and Competition in englischer Sprache.



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(vg) 07.11.2019