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Gesellschaftliche Institutionen in der Vertrauenskrise

Die Deutschen blicken recht pessimistisch in ihre Zukunft - nur knapp jeder Vierte (23 %) erwartet, dass es ihm in den kommenden fünf Jahren ökonomisch besser gehen wird. Sie stellen den Kapitalismus (55 %) und das bestehende System in Frage (61 %). Dazu kommt: Die Menschen hierzulande halten keine der vier Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs für gleichzeitig kompetent und ethisch, wie die Deutschland-Auswertung des '20. Edelman Trust Barometers' zeigt. Darin hat Edelman über 34.000 Menschen in 28 Märkten – darunter 1.150 Menschen in Deutschland – zu ihrem Vertrauen befragt und untersucht, was Vertrauen ausmacht.

Die Wirtschaft schneidet aus Sicht der Deutschen noch am besten im Bereich Kompetenz ab (5 Punkte auf einer Kompetenzskala von -50 bis +50 Punkten). Trotz dieses niedrigen Werts liegt die Wirtschaft aber mit einem 55-Punkte-Abstand klar vor der Regierung, die auf dem letzten Platz mit minus 50 Kompetenz-Punkten landet. Beim Vertrauenspfeiler Ethik zeigt sich ein anderes Bild. Wirtschaft (-14 Punkte) und Regierung (-18 Punkte) landen beide klar im unethischen Bereich.


Deutsche fordern stärkere Zusammenarbeit der Institutionen

92 % der Deutschen geben an, dass Stakeholder (also Kunden, Mitarbeiter und lokales Umfeld) wichtiger für den langfristigen Unternehmenserfolg sind als Shareholder.

Doch jede Institution hat durchaus die Chance, in Ethik und Kompetenz zuzulegen und Vertrauen zu gewinnen. Vor allem, indem sie gemeinsam agieren, um die zentralen gesellschaftlichen Probleme zu lösen. Nur jeder dritte Deutsche (33 %) schätzt die aktuelle Zusammenarbeit von Unternehmen mit der Regierung als positiv ein – hier gibt es also augenscheinlich noch Nachholbedarf.


Angst vor Arbeitsplatzverlust

Eine Frage, die die Deutschen besonders bewegt, ist der technologische Wandel. Die Hälfte der Deutschen (50 %) gibt an, der technologische Wandel schreite mit zu hoher Geschwindigkeit voran. 75 % der Menschen hierzulande meinen, dass die Regierung neue Technologien zu wenig versteht, um diese wirksam zu regulieren. Fast drei von vier deutschen Arbeitnehmern (73 %) haben Sorge, ihren Job zu verlieren. Grund dafür sind unter anderem die Automatisierung oder für die Zukunft fehlende Fähigkeiten.

Die Umfrage wurde von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence entwickelt, die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 30-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2019. Für das Edelman Trust Barometer 2020 wurden in 28 Märkten über 34.000 Menschen befragt, darunter 6.200 aus der informierten Öffentlichkeit (Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen innerhalb der Top 25 % sowie mit intensivem Medien- und Informationskonsum).




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(tor) 29.01.2020



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