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Patente: Siemens und Bosch unter den Top 10 der anmeldestärksten Unternehmen

Europäisches Patentamt mit über 181.000 Patentanmeldungen (Quelle: EPA)
Europäisches Patentamt mit über 181.000 Patentanmeldungen (Quelle: EPA)

Das Europäische Patentamt (EPA) in München verzeichnete 2019 mit insgesamt 181.400 Patentanmeldungen (+4%) einen neuen Höchststand. Das Anmeldewachstum wurde maßgeblich vom Anstieg der Patentanmeldungen aus China (+29,2% im Vergleich zu 2018), den USA (+5,5%) und Südkorea (+14,1%) bestimmt. Dies sind Ergebnisse der Analyse der Jahreszahlen, die im Patent Index 2019 des Europäischen Patentamts veröffentlicht worden sind. Die Zahl der Patentanmeldungen deutscher Unternehmen ist nach zwei aufeinanderfolgenden Wachstumsjahren mit 26.805 im Jahr 2019 nahezu stabil (+0,5%) geblieben.

Digitale Technologien 2019 auf dem Vormarsch

Top-Anmelder im Bereich Digitale Kommunikation (Quelle: EPA)

Vor allem digitale Technologien sind 2019 auf dem Vormarsch. In keinem anderen Technologiefeld beim EPA stiegen die Patentanmeldungen so stark wie in der digitalen Kommunikation (+19,6%), die zugleich die Medizintechnik (+0,9%) als patentaktivstes Feld ablöste. Das Wachstum des Felds ist insbesondere auf eine markante Zunahme der Anmeldungen aus China (+64,6%), den USA (+14,6%) und Südkorea (+36,1%, allerdings von geringeren Anmeldezahlen ausgehend) zurückzuführen. Die Anmeldungen deutscher Unternehmen auf diesem Gebiet legten ebenfalls deutlich zu (+12,9%), im Vergleich dazu stiegen die Patentanmeldungen aus Europa insgesamt nur moderat an (+3,1%).

Was die Anteile am Anmeldevolumen in diesem Technologiefeld betrifft, liegen Europa, China und die USA mit jeweils rund einem Viertel aller beim EPA eingereichten Patentanmeldungen nunmehr gleichauf. Die Top-Anmelder in dem Segment waren Huawei, Ericsson und Qualcomm, mit Siemens auf Platz 13.

Computertechnik: Siemens und Bosch unter den Top-15-Anmeldern

Top-Anmelder aus dem Bereich Computertechnik (Quelle: EPA)

In der Computertechnik, die 2019 mit einem Plus von 10,2 Prozent den zweitgrößten Zuwachs verzeichnete, war der Anstieg der Patentanmeldungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) – insbesondere in den Bereichen Maschinelles Lernen, Datenabruf und Musterkennung – ausschlaggebend. Fast 40 Prozent aller Patentanmeldungen in diesem Bereich entfielen auf Unternehmen aus den USA (+13,6% im Vergleich zu 2018), gefolgt von EPO-Mitgliedsstaaten (+9,3%), die fast 30 Prozent aller Patente einreichten. Anmeldungen aus China (+18,7%) machten knapp über zehn Prozent aus.

Die Anmeldungen aus Deutschland wuchsen hier um 13,8 Prozent – was zugleich den größten Anstieg innerhalb der zehn stärksten Technologiefelder deutscher Unternehmen darstellt. Mit Siemens (Platz 6) und Robert Bosch (Platz 13) befinden sich zwei deutsche Unternehmen unter den Top-15-Anmeldern in dem Segment. In den Unterbereichen Maschinelles Lernen und Mustererkennung, Bilddatenverarbeitung und -erzeugung sowie Datenabruf gehört Siemens sogar jeweils zu den Top 5 (Platz 4, 2, 5) und Robert Bosch belegt im Segment Maschinelles Lernen und Mustererkennung den zweiten Platz.

Deutschland in Europa führend, international auf Platz 2

Top-Anmeldeländer beim Europäischen Patentamt (Quelle: EPA)

Deutschland steht mit einem Anteil von 15 Prozent am gesamten Anmeldeaufkommen beim EPA bei den europäischen Ländern erneut an der Spitze und im Vergleich aller Länder auf Platz 2 vor Japan (12%), China (7%) und Frankreich (6%). Nur von Unternehmen aus den USA wurden mehr europäische Patente angemeldet.

Die Anmeldungen aus den 38 EPO-Mitgliedsstaaten verzeichneten einen moderaten Anstieg (+1,1%) und wuchsen damit auch das dritte Jahr in Folge. Europäische Unternehmen und Erfinder weisen damit immer noch den größten Anteil am Gesamtaufkommen der europäischen Patentanmeldungen aus. In relativen Zahlen ist ihr Anteil allerdings rückläufig – von 51 Prozent im Jahr 2009 auf nunmehr 45 Prozent.

Breites Patentportfolio deutscher Unternehmen

Anmeldestärkste Technologiefelder deutscher Unternehmen (Quelle: EPA)

Deutsche Unternehmen reichten die meisten europäischen Patentanmeldungen in den Technologiefeldern Transport (das auch den Fahrzeugsektor beinhaltet) und Elektrische Maschinen, Geräte und Energie (in dem auch die Anmeldungen in den Energietechnologien erfasst werden): Bei letzterem befanden sich mit Siemens und Robert Bosch zwei deutsche Unternehmen unter den Top-10-Anmeldern; im Segment Transport lagen Continental, Siemens, Robert Bosch und Volkswagen in den Top 10.

Auch in angrenzenden Bereichen zum Fahrzeugsektor wie Sensoren und Messgeräte kamen 2019 erneut mehr Patentanmeldungen aus Deutschland. Insgesamt stiegen die Anmeldungen im Technologiefeld Messtechnik aus Deutschland um 4,8 Prozent und Siemens verzeichnete die meisten Anmeldungen in diesem Segment, während Robert Bosch hier den dritten Platz belegte.

In der Organischen Feinchemie waren mit BASF auf Platz 1, Bayer auf Platz 2 und Merck auf fünfter Position drei deutsche Unternehmen bei Patentanmeldungen führend, was das breit abgestützte Patentportfolio der deutschen Wirtschaft unterstreicht.

Huawei mit Spitzenposition; Siemens und Robert Bosch in den Top 10

Die Liste der eifrigsten Patentanmelder 2019 aus Deutschland (Quelle: EPA)

Im Unternehmens-Ranking der größten Patentanmelder beim EPA belegte Siemens 2019 trotz eines Zuwachses von gut fünf Prozent im Vergleich zu 2018 den fünften Platz. In der Gruppe der zehn größten Anmelder war zudem Robert Bosch mit einem Anmeldeplus von 16 Prozent gegenüber 2018 auf Platz 10 vertreten.

Insgesamt spiegelt die Unternehmensrangliste die rasant steigende Bedeutung digitaler Technologien wider: Huawei stand 2019 an der Spitze des Rankings, wobei nahezu zwei Drittel der Anmeldungen des Unternehmens auf das Segment Digitale Kommunikation entfielen. Zu den Top-10-Anmeldern 2019 gehörten vier Unternehmen aus Europa, jeweils zwei aus Südkorea sowie den USA und jeweils eines aus China und Japan.



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(vg) 12.03.2020



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