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EU: Zoll beschlagnahmte 2018 gefälschte Waren im Wert von fast 740 Mio. Euro


Mehr als 26 Millionen Artikel im Wert von ca. 738 Millionen Euro wurden vom Zoll festgehalten (Quelle: EU-Kommission)

EU-Zollbeamte haben im vergangenen Jahr knapp 27 Millionen Artikel beschlagnahmt, die Rechte des geistigen Eigentums verletzten. Damit wurden rund 20 Prozent mehr gefälschte Waren beschlagnahmt als im Jahr 2017. Insgesamt hatten sie einen Marktwert von fast 740 Millionen Euro. Der starke Anstieg ist laut dem Zoll auf die große Menge an kleinen, per Express und Postversand verschickten Paketen zurückzuführen. Die Zahl der abgefangenen Sendungen stieg von 57.433 im Jahr 2017 auf 69.354 im Jahr 2018 an, obwohl die Gesamtmenge an beschlagnahmten Artikeln im Vergleich zu den Vorjahren zurückging. In Deutschland stieg die Zahl der abgefangenen Sendungen von 18.888 im Jahr 2017 auf 33.421 im Jahr 2018. Die Zahl der Artikel stieg von knapp drei Millionen auf rund 4,7 Millionen. Das gab die Europäische Kommission bekannt. Zum Bericht geht es hier.

Gefälschte Zigaretten werden am häufigsten beschlagnahmt

Zigaretten stellen mit 15 Prozent der Gesamtmenge an beschlagnahmten Waren die wichtigste Warenkategorie dar. Es folgen Spielwaren (14 Prozent), Verpackungsmaterial (9 Prozent), Labels, Etiketten und Aufkleber (9 Prozent) sowie Kleidung (8 Prozent). Produkte für den täglichen persönlichen Gebrauch, wie Körperpflegeprodukte, Medikamente, Spielwaren und elektrische Haushaltsgeräte, machten fast 37 Prozent der beschlagnahmten Artikel aus.

China bleibt Fälschermarkt Nummer 1

Waren, die Rechte des geistigen Eigentums verletzen, kamen nach wie vor hauptsächlich aus China. Gefälschte alkoholische Getränke stammten vorwiegend aus Nordmazedonien. Die Türkei war das wichtigste Herkunftsland für andere Getränke, Parfüme und Kosmetikprodukte.

Die EU-Zollbehörden entdeckten eine große Zahl von gefälschten Uhren, Mobiltelefonen und Zubehör, Tintenpatronen und Tonern, CDs/DVDs, Labels, Etiketten und Aufklebern aus Hongkong (China). Computerausrüstung stammte hauptsächlich aus Indien, Zigaretten aus Kambodscha und Verpackungsmaterial aus Bosnien und Herzegowina.

APM fordert mehr Engagement von Seiten der Plattformen

"Der Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie muss auch auf anderen Ebenen geführt und der Vertrieb erschwert werden", erklärt Volker Bartels, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM). Ein wichtiger Ansatzpunkt seien dabei die zahlreichen Handelsplattformen im Internet, über die inzwischen der größte Teil der gefälschten Produkte vertrieben wird. "Der Vertrieb von Fälschungen wird leider zu oft zum Kinderspiel", so Bartels. "Mit wenigen Klicks und ohne größere Kontrollen erreicht man dort Millionen von potenziellen Kunden. Denen ist oftmals gar nicht klar, von wo die Produkte kommen. Dem im Vergleich zum stationären Handel deutlich höheren Risiko wird jedoch bisher kaum Rechnung getragen."



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(vg) 20.09.2019