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Unternehmen & Marken
16.10.2018

Interview: "Innovationsfähigkeit setzt Mut voraus"

Niklas Nordmann (Marketingleiter der Ratsherrn Brauerei) und Max Wittrock (Mitgründer und Geschäftsführer von Mymuesli) erklären, wie man in Unternehmen eine Innovationskultur verankert, warum Innovation nicht ohne Misserfolge funktionieren kann und weshalb mehr Freiheit und Flexibilität gefragt sind.

markenartikel: Die Digitalisierung stellt die Wirtschaft grundlegend auf den Kopf. Alles wandelt sich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Wie sehen Sie hier Ihr Unternehmen, aber auch die deutsche Wirtschaft generell aufgestellt?  
Max Wittrock: Wandel betrifft alle Lebensbereiche und uns als Menschen direkt, als Gesellschaft und auch als Unternehmen. Sind wir da gut aufgestellt? Ich glaube, dass wir uns nicht immer bewusst sind, mit welcher Geschwindigkeit die Veränderungen auf uns zukommen werden. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen. Insbesondere heißt das, dass wir nicht in Ruhe abwarten können, sondern jetzt handeln müssen. Machen. Ausprobieren. Mutig sein. Egal, ob in Sachen Digitalisierung oder bei Themen wie Innovation und Bildung. Gleichzeitig müssen wir unserer ökologischen Verantwortung als Land und Gesellschaft gerecht werden und sie noch mehr in den Vordergrund rücken. Denn das betrifft unsere fundamentale Lebensgrundlage.
Niklas Nordmann: Deutsche Unternehmen sind grundsätzlich sehr solide aufgestellt und fangen nun verstärkt an, sich mit Themen wie Digitalisierung und Plattformgedanken zu beschäftigen. Jedoch kommen große Innovationen meist aus anderen Ländern. Deutschland ist häufig nicht Treiber des Wandels, sondern folgt diesem nach einem zu großen zeitlichen Abstand. Im weltweiten Craft-Beer-Boom zum Beispiel hat es die ehemalige Biernation Deutschland erst seit einigen Jahren wieder geschafft, relevante Innovationen zu kreieren. Hier sind uns etwa Großbritannien oder Skandinavien um Meilen voraus, da sie sich schnell und flexibel neuen Rahmenbedingungen anpassen können.

markenartikel: Was muss denn getan werden, damit Deutschland flexibler wird?
Nordmann: Das geht sicher nicht von heute auf morgen. Wandel wird in vielen Organisationen meist kritisch betrachtet. Aus meiner Sicht sollte der Innovationsgedanke sich schon in den Werten eines Unternehmens beziehungsweise einer Marke widerspiegeln. Diese müssen für alle Mitarbeiter formuliert werden und von der Führungsebene vorgelebt werden. Mitarbeiter müssen Wandel und Innovationen als positives Entwicklungsinstrument begreifen. Nur so wird sich eine Innovationskultur in der Unternehmenskultur verankern. Dieser Prozess bedarf Zeit und klar definierten Rahmenbedingungen.
Wittrock: Der Titel von Al Gores berühmten Film An inconvenient truth drückt es ganz gut aus, nicht nur, wenn es ums Klima geht: Solange es uns wirtschaftlich und überhaupt gut geht, fällt es schwer, massiv in Innovation zu investieren. Warum auch: Läuft doch alles. Investieren werden in der Konsequenz viele erst dann, wenn sie zum Beispiel die Marktführerschaft verlieren könnten. Dann geht es plötzlich schnell. Aber wenn Unternehmen langfristig innovativ sein und Schritt halten möchten mit der Entwicklung, dann müssen sie mutig sein und rechtzeitig Innovation leben, dafür Strukturen schaffen und bereit sein, Fehler zu machen. Hinfallen. Neu anfangen. Sofort wieder aufstehen. Echte Innovation kann nicht ohne Misserfolge funktionieren.

markenartikel: Man sollte also weniger zaudern?
Wittrock: Innovationsfähigkeit setzt Mut voraus. Insbesondere den Mut, Fehlentscheidungen zu treffen. Die lassen sich in einer komplexen, schwer prognostizierbaren Welt nicht vermeiden. Und wenn wir Angst vor Fehlern haben, dann verweilen wir im Zustand einer ständigen Analyse-Paralyse. Das ist und wäre fatal für eine Innovationskultur.

Inwieweit wir die entsprechenden politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Innovation haben, ob der Staat wirtschaftliche Handlungsspielräume zu stark beschneidet und welches die drängendsten Themen sind, die angegangen werden müssen, um die Innovationsfähigkeit zu erhalten und zu fördern, lesen markenartikel-Abonnenten im ausführlichen Interview in Ausgabe 10/2018, die auch als App gelesen werden kann. Weitere Informationen zum Inhalt finden Sie hier.

(vg)