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Unternehmen & Marken, Recht & Politik
08.11.2018

Sachverständigenrat: Wirtschaftswachstums verlangsamt sich

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung prognostiziert aufgrund des weltweiten Handelskonflikts und zunehmender Kapazitätsengpässe eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Angesichts hoher Risiken mahnt er eine Stärkung der EU und des Euroraums ebenso an wie ein Zulassen des Strukturwandels infolge der Digitalisierung. Die sogenannten „Wirtschaftsweisen“ haben ihr Jahresgutachten 2018/19 mit dem Titel „Vor wichtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen“ heute an die Bundesregierung übergeben.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer der längsten Aufschwungphasen der Nachkriegszeit, allerdings hat sich das Wachstum aufgrund der ungünstigeren außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und produktionsseitigen Problemen in der Automobilindustrie verlangsamt. Hinzu kommen zunehmende Kapazitätsengpässe, nicht zuletzt im Bereich der Fachkräfte. Geld- und Fiskalpolitik verstärken die Hochkonjunktur. Für dieses und das kommende Jahr erwartet der Sachverständigenrat eine Fortsetzung des Aufschwungs mit Wachstumsraten von 1,6 Prozent beziehungsweise 1,5 Prozent.

„Die deutsche Volkswirtschaft ist den bestehenden Risiken, wie dem Handelskonflikt, dem Brexit und den Entwicklungen im Euroraum, in besonderem Maße ausgesetzt. Hinzu kommen die langfristigen Herausforderungen der demografischen Entwicklung und der Digitalisierung“, betont Prof. Dr. Isabel Schnabel vom Institut für Finanzmarktökonomie & Statistik der Universität Bonn, die als eine der Sachverständigen an dem Gutachten beteiligt war.

„Stärkung der EU und des Euroraums“


Der Sachverständigenrat betont, dass sich viele Herausforderungen nur gemeinsam mit der EU bewältigen lassen. Er hält es nach wie vor für sinnvoll, den Brexit möglichst zu verhindern oder zumindest einen ungeordneten Brexit abzuwenden. Die finanziellen Ressourcen der EU sollten stärker auf solche Ausgaben konzentriert werden, die einen echten europäischen Mehrwert liefern. Eine Normalisierung der Geldpolitik im Euroraum sei ebenso erforderlich wie eine Rückführung der Schuldenstandsquoten, unterstützt durch reformierte Fiskalregeln.

„Besonders wichtig ist es außerdem, die Banken- und Kapitalmarktunion weiter voranzutreiben, um die Europäische Währungsunion glaubwürdig zu stabilisieren. Gerade die jüngsten Ereignisse in Italien zeigen, wie wichtig das für die Zukunft des Euroraums ist“, sagt Prof. Schnabel. Hierzu könnte neben einer fiskalischen Letztsicherung für den europäischen Abwicklungsfonds eine gemeinsame europäische Einlagensicherung gehören. Außerdem dürfte das Halten von Staatsanleihen in der Bankenregulierung nicht länger privilegiert werden. Ein wichtiges längerfristiges Ziel sei die Schaffung eines echten gemeinsamen Banken- und Kapitalmarkts in Europa.


(tor)