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Unternehmen & Marken
16.05.2019

Studie: 43 % der deutschen Firmen mit Missständen

In 39 Prozent der Unternehmen in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Großbritannien sind im vergangenen Jahr Missstände wie Steuerbetrug, Geldwäsche oder sexuelle Belästigung aufgetreten. Das geht aus dem jetzt vorgelegten "Whistleblowing Report 2019" hervor. Die internationale Studie wurde von der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur und dem Münchener Technologieanbieter EQS Group durchgeführt. Befragt wurden in den vier Ländern insgesamt 1.392 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden. Besonders häufig traten dabei Missstände in Großunternehmen mit mehr als 249 Mitarbeitern auf.

Im Ländervergleich sind in deutschen Unternehmen mit gut 43 Prozent am häufigsten Missstände aufgetreten, gefolgt von den britischen (40 %), französischen (38 %) und schließlich den Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz (35 %). Den finanziellen Schaden durch Missstände beziffern 17 Prozent der betroffenen Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro. Das Vermeiden von finanziellen Schäden wird neben dem Image auch als einer der Hauptgründe für das Einrichten interner Meldestellen genannt.

Nur 59 Prozent der Unternehmen verfügen über Meldestellen

In Deutschland (56 %) und Frankreich (53 %) verfügt erst gut die Hälfte der Unternehmen über eine Meldestelle. Diese fordert die EU in Zukunft für Gesellschaften mit mehr als 50 Mitarbeitenden. In Großbritannien und der Schweiz ist die Abdeckung leicht höher (jeweils 65 %). Im Branchenvergleich fällt auf, dass Banken und Versicherungen am häufigsten über Meldekanäle für Hinweisgeber verfügen.

Die befragten Unternehmen mit Meldestelle bieten potenziellen Hinweisgebern durchschnittlich drei Möglichkeiten an, um mit den verantwortlichen Stellen in Kontakt zu treten. Neben generellen Meldekanälen (persönlicher Besuch, Brief, Telefon, Fax und E-Mail) werden auch spezialisierte Kanäle bereitgestellt. Dazu gehören vor allem Hotlines oder webbasierte Systeme. In Großbritannien haben Unternehmen mit Meldestelle deutlich häufiger eine Hotline (45 %) und/oder ein webbasiertes Hinweisgebersystem (39 %) eingerichtet als in den anderen drei Ländern - in Deutschland sind webbasierte Systeme mit einem Anteil von 24 Prozent noch am wenigsten verbreitet.

Meldestellen sind in erster Linie für Mitarbeitende geöffnet. Bei gut der Hälfte der Unternehmen können aber auch Kunden und Lieferanten auf illegales oder unethisches Verhalten hinweisen. Für die breite Öffentlichkeit ist dies jedoch nur bei etwa jedem fünften Unternehmen möglich.



(tor)