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Wettbewerbsdruck

Deutsche Industrie verliert international an Boden

Quelle: Firmbee.com/Unsplash

Jedes vierte Unternehmen in Deutschland sieht seine Wettbewerbsfähigkeit auf Märkten außerhalb der EU geschwächt. Besonders betroffen ist die Industrie. Das zeigt eine Befragung des ifo Instituts, München. 25,4 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Nur 5,2 Prozent sehen eine Verbesserung ihrer Position auf internationalen Märkten. Auch innerhalb Europas bleibt die Lage angespannt: 17 Prozent der Unternehmen berichten von einer Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition, während 6,3 Prozent eine Verbesserung feststellen.

"Die deutsche Industrie kann auf den internationalen Märkten weiterhin keinen Boden gutmachen", sagt Klaus Wohlrabe vom ifo Institut mit Sitz in München. Insbesondere außerhalb Europas bleibe der Wettbewerbsdruck hoch.

Automobilindustrie besonders betroffen

Am stärksten zeigt sich die Entwicklung in der Automobilindustrie. Dort berichten 43,0 Prozent der Unternehmen von einer schlechteren Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der EU. In der Metallerzeugung und -bearbeitung sind es 29,1 Prozent, in der Chemischen Industrie 26,0 Prozent und im Maschinenbau 25,5 Prozent.

Auch Hersteller von Metallerzeugnissen (25,3 Prozent) und elektrischen Ausrüstungen (24,5 Prozent) sehen ihre Position auf internationalen Märkten geschwächt.

Innerhalb der EU fällt die Einschätzung ebenfalls verhalten aus. In der Automobilindustrie sehen 24,8 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition, in der Chemischen Industrie sind es 22,1 Prozent.

Wettbewerbsfähigkeit wird zur Markenfrage

Für Unternehmen hat die Entwicklung eine strategische Dimension. Wenn Produkte auf internationalen Märkten stärker unter Preisdruck geraten oder gegenüber Wettbewerbern an Boden verlieren, steigt der Stellenwert von Differenzierung, Markenstärke und wahrgenommenem Mehrwert. Eine starke Marke allein kann strukturelle Wettbewerbsnachteile allerdings nicht ausgleichen.

Wohlrabe sieht die Ursachen entsprechend nicht nur in der aktuellen Konjunktur: "Die Wettbewerbsprobleme der deutschen Industrie sind struktureller Natur." Kurzfristige wirtschaftliche Verbesserungen dürften daran wenig ändern.

Getränkeindustrie als Ausnahme

Eine positive Entwicklung zeigt sich in der Getränkeindustrie. Sie ist laut ifo Institut die einzige Branche, die ihre Wettbewerbsposition sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU verbessern konnte.

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vg 21.08.2026

 

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