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Wachstum

Schnelle Entscheidungen werden zum Wettbewerbsvorteil

Quelle: Janilson Furtado/Unsplash

Langsame Entscheidungsprozesse sind für Unternehmen zunehmend ein Wettbewerbsnachteil, wie eine internationale, im August 2026 veröffentlichte Befragung des Kreditversicherers Coface aus Bois-Colombes bei Paris, Frankreich, zeigt. Weltweit betrachten 68 Prozent der Befragten verzögerte Entscheidungen als Wachstumshemmnis, in Deutschland sind es sogar 73 Prozent. Gleichzeitig sehen 81 Prozent der deutschen Führungskräfte einen grundsätzlichen Zielkonflikt zwischen Wachstumsambitionen und Risikodisziplin und damit deutlich mehr als im internationalen Vergleich.

Wachstum und Kontrolle im Spannungsfeld

Laut Studie gilt für rund die Hälfte der weltweit befragten Führungskräfte ein frühzeitiges "Nein" zu neuen Geschäftschancen als sicherer Weg, während ein fundiertes "Ja" eher als Risiko wahrgenommen wird. 59 Prozent berichten zudem, dass Hinweise aus Risiko‑ und Finanzabteilungen häufig als Wachstumsbremse gelten. Gleichzeitig verschieben sich die Erwartungen an diese Funktionen: Zwar sehen erst 24 Prozent sie als strategische Partner, doch 60 Prozent schreiben ihnen bereits eine wichtige Rolle für zusätzliches Wachstum zu. Für die kommenden Jahre rechnen 44 Prozent mit einem klaren Rollenwandel hin zu mehr strategischer Verantwortung.

Deutschland: Hohe Risikodisziplin, geringe frühe Einbindung

Für 81 Prozent der Befragten sind Wachstumsziele und Risikodisziplin schwer vereinbar. 40 Prozent verbinden Risiko‑ und Finanzfunktionen primär mit Schutz und Kontrolle, nur 19 Prozent sehen sie bereits als strategische Partner. Ebenso gering ist die frühe Einbindung: Lediglich 19 Prozent der deutschen Unternehmen beziehen Risiko‑Teams schon in der Entstehungsphase von Wachstumsentscheidungen ein.

Datenlage bleibt zentrale Schwachstelle

Viele Unternehmen verfügen weiterhin nicht über die nötige Datenbasis, um Entscheidungen zügig zu treffen. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtet von fragmentierten Risikodaten; nur 20 Prozent können auf eine konsistente Datenlage über verschiedene Märkte hinweg zugreifen. Entsprechend wächst die Rolle externer Informationsanbieter: 77 Prozent erwarten von ihnen vor allem frühzeitige Markt‑ und Risikoanalysen, die helfen sollen, Chancen schneller zu identifizieren und Risiken fundierter einzuschätzen.

Über die Studie

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut Coleman Parkes insgesamt 1.250 Führungskräfte aus 13 Ländern aus Risiko‑ und Finanzfunktionen, darunter CFOs, CROs sowie Finanz‑ und Risikodirektor:innen aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen.

 

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fj 03.09.2026

 

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