Consumer Tech Trends 2027
Technikmarkt wächst, doch Marken müssen ihren Mehrwert belegen
Der weltweite Markt für technische Konsumgüter bleibt auf Wachstumskurs. Nach einer Prognose des Consumer-Intelligence-Unternehmens NielsenIQ (NIQ) soll der Umsatz 2026 um 5,1 Prozent auf rund 1,4 Billionen US-Dollar steigen. Gleichzeitig zeigen die Daten eine hohe Preissensibilität: 56 Prozent der weltweit Befragten haben demnach bereits einen Kauf eines Tech-Produkts verschoben, weil ihnen der Preis zu hoch war oder sie auf ein günstigeres Angebot warten wollten.
Die Zahlen stammen aus dem NIQ-Report Consumer Tech Trends 2027. Für die Untersuchung wurden 17.000 erwachsene Verbraucher in 17 Märkten befragt und globale Vertriebsdaten ausgewertet.
Preis bleibt zentrale Kaufhürde
Für Markenhersteller und Händler bedeutet die Entwicklung ein anspruchsvolles Umfeld. 63 Prozent der Befragten bezeichnen sich laut NIQ als preissensibel bei technischen Konsumgütern. Zugleich bevorzugen 60 Prozent Marken, die aus ihrer Sicht ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Auch in Deutschland ist der Preis demnach die wichtigste Hürde beim Kauf von Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und anderen Technologieprodukten. 50 Prozent der Befragten haben einen Kauf bereits verschoben, weil ihnen ein Produkt zu teuer war oder sie auf einen Rabatt warten wollten.
Damit wird die Preispositionierung für Marken zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass allein ein niedriger Preis nicht zwangsläufig über die Kaufentscheidung entscheidet.
Langlebigkeit wird wichtiger
Neben dem Preis gewinnen funktionale Kriterien an Bedeutung. In Deutschland bewerten 81 Prozent der Befragten die Langlebigkeit eines Produkts als wichtiges Kaufkriterium. 77 Prozent nennen Energieeffizienz beziehungsweise niedrigere laufende Kosten.
Nicht nur der Anschaffungspreis, sondern der Nutzen über die gesamte Lebensdauer eines Produkts kann damit die Zahlungsbereitschaft beeinflussen. Entscheidend ist dabei, ob dieser Mehrwert für Kund nachvollziehbar ist.
NIQ sieht entsprechende Entwicklungen unter anderem bei KI-fähigen PCs, Premium-Smartphones, modernen Staubsaugern und Fernsehern mit größeren Bildschirmen. Diese Segmente entwickeln sich laut Marktforschungsunternehmen überdurchschnittlich, sofern der konkrete Nutzen der zusätzlichen Funktionen erkennbar ist.
"Verbraucher wollen nach wie vor Innovation, benötigen aber zunehmend einen überzeugenden Grund zum Kauf", sagt Alexander Dehmel, Experte für Tech & Durables bei NIQ.
Für Marken komme es deshalb darauf an, Vorteile und Mehrwert verständlich zu vermitteln. Die Entwicklung betrifft dabei nicht nur einzelne Produktkategorien. Preisstrategien, Ersatzzyklen, Innovationsentscheidungen und die Positionierung von Marken stehen gleichermaßen auf dem Prüfstand.
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