Planethic Group
Von Veganz zur Investmentholding: Planethic richtet Geschäft neu aus

Quelle: ch lunke/Adobe Stock
Die frühere Veganz Group AG, heute Planethic Group AG, mit Sitz in Ludwigsfelde hat die Restrukturierung weitgehend umgesetzt. Das Unternehmen will die Transformation zu einer reinen Investmentholding bis Ende 2026 abschließen. Zugleich läuft seit Ende August das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet
Das Amtsgericht Potsdam hat mit Beschluss vom 25. August 2026 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Planethic Group AG eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet. Das Unternehmen erhielt nach eigenen Angaben am 27. August Kenntnis von dem Beschluss. Zum Sachwalter wurde Prof. Dr. Torsten Martini von Görg Insolvenzverwaltung Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB, Berlin, bestellt. Das Gericht hat zudem einen Gläubigerausschuss eingesetzt.
Im Rahmen der Eigenverwaltung bleibt der Vorstand berechtigt, das Unternehmen und die Insolvenzmasse zu verwalten und darüber zu verfügen. Dabei steht er unter der Aufsicht des Sachwalters. Der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt.
Die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs und des Insolvenzverfahrens ist nach Unternehmensangaben gesichert. CEO Sascha Voigt und Gründer sowie Aufsichtsratsmitglied Jan Bredack stellen die dafür erforderlichen Mittel bereit.
Vom Lebensmittelunternehmen zur Investmentholding
Planethic ist aus der 2011 in Berlin gegründeten Veganz Group AG hervorgegangen. Das Unternehmen ist im FoodTech-Bereich tätig. Zum operativen Portfolio gehören die Entwicklung und Vermarktung pflanzenbasierter Lebensmittel, darunter Süßwaren, Snacks sowie Milch- und Fleischalternativen. Die Produkte werden in der D-A-CH-Region und in Nordamerika vertrieben. Darüber hinaus ist Planethic in den Bereichen Nahrungsergänzung und Indoor Farming aktiv und hält eine Beteiligung im Bereich Technologie-Assets.
Künftig soll die Gesellschaft als reine Investmentholding ausgerichtet werden. Nach Unternehmensangaben ist die Transformation von einem operativ geführten Lebensmittelunternehmen zu einer Investmentholding bereits weitgehend abgeschlossen. Die Finanzierung und Weiterentwicklung der Portfolio-Unternehmen laufen weiter. Im Fokus stehen dabei insbesondere Mililk und Peas on Earth.
Kosten und Standort reduziert
Im Zuge der Restrukturierung hat Planethic nach eigenen Angaben die Personalkosten deutlich reduziert und Fixkosten abgebaut. Dadurch soll die Kostenbasis dauerhaft auf das Niveau einer Holdingstruktur gesenkt werden.
Auch am Standort Ludwigsfelde wurden Flächen reduziert. Einen Teil der bisherigen Räumlichkeiten hat das Unternehmen an einen neuen Mieter übertragen. Die Geschäftsadresse bleibt unverändert.
Auswirkungen auf Anleihe und Aktionär
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat auch Auswirkungen auf die von Planethic ausgegebenen Finanzinstrumente. Forderungen aus den mit 7,5 Prozent verzinsten Anleihen 2020/2030 stellen Insolvenzforderungen dar und können entsprechend den Regelungen der Insolvenzordnung zur Insolvenztabelle angemeldet werden.
Die Ansprüche der Aktionär stehen im Insolvenzverfahren hinter den Insolvenzforderungen. Nach Angaben des Unternehmens ist ein vollständiger Verlust des investierten Kapitals möglich.
Sascha Voigt alleiniger Vorstand
Auch im Vorstand gibt es eine Veränderung. Der Aufsichtsrat hat die Bestellung von Anja Brachmüller als Vorstandsmitglied mit sofortiger Wirkung aus wichtigem Grund widerrufen und ihren Vorstandsvertrag außerordentlich gekündigt. Sascha Voigt ist damit alleiniger Vorstand und CEO. Eine Nachbesetzung ist nicht vorgesehen.
Abschluss der Transformation Ende 2026 geplant
Planethic strebt an, das Insolvenzverfahren bis Ende 2026 abzuschließen und die Transformation zur reinen Investmentholding zu diesem Zeitpunkt zu vollenden. Der Zeitplan steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gläubiger und der gerichtlichen Bestätigung.
Weitere Informationen zum Verlauf des Verfahrens will das Unternehmen unter anderem zur Frist für die Anmeldung von Forderungen sowie zum Berichts- und Prüfungstermin veröffentlichen. Auch eine mögliche Restrukturierung über einen Insolvenzplan soll im weiteren Verfahren geklärt werden.
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