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E-Commerce

Onlinehandel: Asiatische Billigplattformen verlieren Marktanteile

Quelle: Rupixen/Unsplash

Der deutsche Onlinehandel hat im dritten Quartal 2026 nur noch ein schwaches Umsatzplus erzielt. Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,9 Prozent auf rund 18,5 Milliarden Euro. Damit blieb das nominale Wachstum unter der Inflationsrate von 3,3 Prozent im September. Eine schlechtere Konsumstimmung und höhere Energiepreise belasten die Nachfrage.

Zollabgaben setzen asiatische Plattformen unter Druck

Besonders deutlich fällt der Rückgang bei den großen asiatischen Onlineplattformen aus. Die Umsätze von Shein, Temu und AliExpress sanken im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro. Ihr gemeinsamer Marktanteil in Deutschland verringerte sich von 5,3 Prozent im zweiten Quartal auf 3,1 Prozent.

Der bevh führt die Entwicklung unter anderem auf die seit Juli geltenden Änderungen bei der Einfuhr von Kleinsendungen aus Drittstaaten zurück. Mit dem Wegfall der Zollfreigrenze von 150 Euro werden entsprechende Sendungen grundsätzlich zollpflichtig. Für Sendungen bis zu diesem Wert fällt laut Verbandsangaben eine Pauschale von drei Euro je Warengruppe an. Ab November 2026 soll zusätzlich eine pauschale Bearbeitungsgebühr von zwei Euro erhoben werden.

Nach Einschätzung des Verbands belasten die zusätzlichen Abgaben insbesondere margenschwache Niedrigpreisangebote. Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk fordert darüber hinaus eine stärkere Marktüberwachung und die konsequentere Durchsetzung bestehender EU-Vorschriften, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Nachfrage entwickelt sich je nach Warengruppe unterschiedlich

Während der Gesamtmarkt nur moderat wächst, verzeichnen einzelne Sortimente deutliche Zuwächse. Der Onlinehandel mit Medikamenten legte im dritten Quartal um 15,4 Prozent zu, Drogerieartikel kamen auf ein Plus von 14,3 Prozent und Lebensmittel auf 9,1 Prozent. Auch Mode entwickelte sich positiv: Die Umsätze mit Kleidung stiegen um 4,9 Prozent, mit Schuhen um 6,4 Prozent.

Rückläufig waren dagegen die Umsätze mit Elektronikartikeln und Telekommunikation, die um 4,6 Prozent sanken. Im Bereich Möbel, Lampen und Dekoration betrug das Minus 5,2 Prozent. Im Warengruppencluster Unterhaltung gingen die Umsätze um 2,6 Prozent zurück; bei Bild- und Tonträgern sowie Video- und Musikdownloads lag der Rückgang bei 5,3 Prozent.

Online-Marktplätze wachsen stärker als Multichannel-Anbieter

Bei den Vertriebsformen lagen Online-Marktplätze mit einem Umsatzplus von fünf Prozent vorn. Auch Direct-to-Consumer-Anbieter entwickelten sich laut bevh weiterhin stark. Multichannel-Händler steigerten ihre Onlineumsätze dagegen lediglich um 2,5 Prozent. Reine Online-Shops verzeichneten einen Rückgang von 0,8 Prozent.

Für Markenhersteller und Händler bleibt damit ein herausforderndes Marktumfeld: Die Nachfrage entwickelt sich je nach Sortiment und Vertriebsform unterschiedlich, während sich zugleich die Wettbewerbsbedingungen für internationale Plattformen verändern.

 

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vg 13.10.2026

 

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