
Die Europa-Abgeordnete Christine Schneider, CDU, vertritt seit der Europawahl 2019 ihre Heimat Rheinhessen-Pfalz im Europäischen Parlament.
CSRD
Nachhaltigkeit darf keine Last sein
Christine Schneider, MdEP, sprach mit uns in markenartikel 7-8/25 über die Balance zwischen ehrgeizigen Zielen und wirtschaftlicher Realität, über sinnvolle Vereinfachungen und darüber, wie Europa mit kluger Regulierung zum globalen Impulsgeber für nachhaltiges Wirtschaften werden kann:
markenartikel: Die Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz CSRD, verpflichtet künftig deutlich mehr Unternehmen zu umfassender Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Omnibus-Regulierung soll nun diese Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen vereinfachen und den bürokratischen Aufwand reduzieren. Wie stellen Sie sicher, dass so auch echte Transparenz und Wirkung entstehen?
Christine Schneider: Unser Ziel ist ganz klar: Weniger Bürokratie, aber mehr Wirkung. Ich unterstütze den Vorschlag, die Anforderungen der CSRD gezielter zu gestalten. Das bedeutet: Wir konzentrieren uns auf die wirklich relevanten Informationen, fördern Vergleichbarkeit und schaffen Anreize für echte Nachhaltigkeit. Dafür setzen wir uns im Omnibus-Verfahren ein, unter anderem durch die Vereinfachung der Berichtsanforderungen für Unternehmen mit geringerem Risiko oder geringerer Größe.
markenartikel: Was bedeutet das konkret?
Schneider: Es sollen zum Beispiel die Schwellenwerte für berichtspflichtige Unternehmen deutlich angehoben und kleine sowie mittlere Unternehmen entlastet werden. Zugleich wird klargestellt, dass Berichtspflichten keine Geschäftsgeheimnisse gefährden dürfen. Wichtig ist mir, dass die Berichterstattung nicht zur bürokratischen Last wird, sondern echten Mehrwert schafft – für Unternehmen, Investoren und Verbraucher.
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markenartikel: Ebenfalls im Fokus ist die EU Deforestation Regulation – kurz EUDR. Die EU-Entwaldungsverordnung verlangt von Unternehmen, ihre Lieferketten auf Entwaldungsfreiheit zu prüfen – eine enorme Herausforderung, vor allem für KMU. Wie begegnet die EU dem Spagat zwischen ambitionierten Zielen und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit?
Schneider: Als Berichterstatterin der EU-Entwaldungsverordnung ist mir der Schutz der Wälder ein zentrales Anliegen. Gleichzeitig dürfen wir nicht ignorieren, dass die Umsetzung der EUDR besonders für kleine und mittlere Unternehmen in der Tat sehr herausfordernd ist. Mein Ansatz: Der Erstinverkehrbringer – also derjenige, der das Produkt auf den EU-Markt bringt – ist verpflichtet, die Entwaldungsfreiheit nachzuweisen. Das ist die einfachste, praktikabelste Lösung. Außerdem arbeite ich daran, die EUDR im Umwelt-Omnibus-Bericht so weiterzuentwickeln, dass eine 'Risikoklasse 0' definiert wird – für Lieferketten, bei denen kein Risiko besteht. So schaffen wir Rechtsklarheit und reduzieren bürokratische Hürden, ohne unsere Nachhaltigkeitsziele aufzugeben.
Wie die europäische Nachhaltigkeitsregulierung Unternehmen dabei helfen kann, sich im globalen Wettbewerb zu differenzieren, lesen Sie im kompletten Interview mit Christine Schneide in markenartikel 7-8/25. Zur Bestellung geht es hier.











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