Ipsos Education Monitor 2025
Immer mehr Bundesbürger:innen sind für Social-Media-Verbot für Kinder
Soziale Medien sind heute aus dem Leben junger Menschen kaum wegzudenken. Ein wachsender Anteil der deutschen Bevölkerung sieht diese Entwicklung kritisch, zeigt der Ipsos Education Monitor 2025, der in 30 Ländern weltweit die Einstellungen der Menschen zu Themen wie der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen oder dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Social Media in Schulen untersucht. Für die Online-Umfrage wurden zwischen dem 20. Juni und dem 4. Juli 2025 insgesamt 23.700 Personen befragt. In Deutschland waren die Befragten zwischen 16 und 74 Jahre alt, die Stichprobe umfasste rund 1.000 Personen.
Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent spricht sich inzwischen für ein Verbot von Social Media für unter 14-Jährige aus. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zustimmung zu einem Verbot in Deutschland damit um 13 Prozentpunkte erhöht – mehr als in jedem anderen Land. Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit diesem Wert jedoch immer noch an letzter Stelle: Am vehementesten für ein Social-Media-Verbot plädieren die Befragten in Indonesien (87 %), Frankreich (85 %), Italien (83 %) und Spanien (82 %).
Auch die Rufe nach einem Smartphone-Verbot an Schulen werden lauter. Mit 56 Prozent Zustimmung – vier Prozentpunkte mehr als 2024 – liegt Deutschland bei dieser Frage zwar knapp über dem globalen Durchschnitt (55 %). In anderen europäischen Ländern wie Frankreich (80 %), Irland (70 %), Spanien (69 %) oder Italien (67 %) ist der Wunsch nach einem Bann von Smartphones aber noch deutlich ausgeprägter.
KI an Schulen: Kein Verbot, aber verhaltene Skepsis
Den Einsatz von Künstlicher Intelligenz – inklusive ChatGPT – in Schulen sehen die Deutschen hingegen etwas weniger skeptisch. Nur 34 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für ein Verbot aus, was einem Rückgang von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil derjenigen, die ein KI-Verbot an Schulen explizit ablehnen, ist mit 38 Prozent sogar noch etwas größer. Im Gegensatz zur zunehmend kritischeren Haltung gegenüber Social Media und Smartphones nehmen die Vorbehalte gegenüber KI in Deutschland also eher ab.
Was die Auswirkungen von KI auf das Bildungswesen betrifft, sind die Meinungen hierzulande dennoch geteilt. Nur 22 Prozent der Deutschen glauben, dass technologische Fortschritte wie KI vor allem positive Auswirkungen haben werden, während 28 Prozent eher negative Effekte erwarten. Mehr als jeder Dritte (35 %) geht davon aus, dass sich positive und negative Folgen die Waage halten werden. Die übrigen 15 Prozent erwarten keine Auswirkungen oder sind sich nicht sicher.
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Mobbing, neue Technologien, mentale Gesundheit
27 Prozent der Befragten stufen die Auswirkungen von Social Media und Technologien wie KI sogar als eine der größten Herausforderungen für junge Menschen in Deutschland ein. Damit liegt dieses Thema aus Sicht der Bevölkerung auf Platz zwei der größten Probleme für Kinder und Jugendliche. Am häufigsten werden hierzulande Mobbing und Gruppenzwang (33 %) genannt, aber auch eine schlechte Bildungsqualität sowie Armut und Ungleichheit (jeweils 25 %) werden oft als problematisch angesehen.
Eine Mehrheit der Deutschen (57 %) beurteilt die psychische Gesundheit junger Menschen im Land als schlecht – lediglich neun Prozent halten sie explizit für gut. Dennoch nimmt das Thema in Deutschland nur den 5. Platz (24 %) ein, wenn es um die Einschätzung geht, welchen Herausforderungen sich Heranwachsende heute stellen müssen. Anders sieht es im weltweiten Durchschnitt der 30 befragten Länder aus: Hier wird die psychische Gesundheit unter allen Antwortmöglichkeiten am häufigsten als Problem betrachtet. Ein Drittel (33 %) der Befragten weltweit stuft dieses Thema als eine der drei größten Herausforderungen für Kinder und Jugendliche ein.
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