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Insbesondere der Verteidigungssektor bietet nach Ansicht der Mehrheit der Führungskräfte der Automobilzulieferer gute Chancen, neue Umsatzquellen zu erschließen - Quelle: Roland Berger

Diversifizierung

Automobilzulieferer: Chancen für Wachstum in Verteidigung, Medizintechnik und Luftfahrt

Preis- und Wettbewerbsdruck setzen mittelständische Automobilzulieferer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter unter Druck. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wo und wie die Unternehmen in Zukunft wieder wachsen können. Zwar ist schon heute jeder zweite der befragten mittelständischen Zulieferer auch außerhalb der Automobilindustrie tätig, allerdings meist nur mit einem geringen Umsatzanteil. Das könnte sich bald ändern: Insbesondere der Verteidigungssektor bietet nach Ansicht der Mehrheit der Führungskräfte gute Chancen, neue Umsatzquellen zu erschließen. Das sind einige der Ergebnisse der Roland-Berger-Studie Zeitenwende. Wie der automobile Mittelstand wieder wachsen will, für die über 200 Entscheider:innen von Automobilzulieferern aus dem DACH-Raum befragt wurden.

Die Studie zeigt, dass der immense Preisdruck durch Kunden mit 66 Prozent der Nennungen (mit hoher bzw. sehr hoher Priorität) - wie in den Vorjahren - das wichtigste Thema auf der Managementagenda ist. Darauf folgt für sechs von zehn Führungskräften das Fehlen von Wachstumsperspektiven in den Automobilmärkten. In diesem Zusammenhang sind drei Viertel der Zulieferer der Ansicht, dass eine Diversifizierung des Geschäftsportfolios über den Automobilsektor hinaus eine erfolgsversprechende Zukunftsoption darstellt. 46 Prozent halten sie für die beste Möglichkeit, um neue Wachstumsfelder zu erschließen, knapp ein Drittel (31 Prozent) erhofft sich davon eine bessere Auslastung vorhandener Kapazitäten.

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Zulieferer wollen weniger von der Automobilbranche abhängig sein

Schon heute ist jedes zweite Unternehmen auch außerhalb der Automobilindustrie tätig. Fast jedes dritte Unternehmen, das in anderen Branchen aktiv ist, will diese Aktivitäten weiter ausbauen. Als wichtigste Gründe für ein Engagement außerhalb der kriselnden Automobilindustrie nennen zwei Drittel eine geringere Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur, etwa genauso viele Befragte möchten in wachstumsstarken Bereichen neue Umsatzquellen erschließen. Mehr als 60 Prozent hoffen, durch eine Verbreiterung der geschäftlichen Basis resilienter gegenüber geopolitischen und regulatorischen Risiken zu werden.

Automobiler Mittelstand kann technologische Expertise in Verteidigungsbranche einbringen

Knapp zwei Drittel der Befragten sehen im Verteidigungssektor die besten Chancen auf neue Umsätze. Dahinter liegen die Medizintechnik mit 38 Prozent der Nennungen sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie mit 36 Prozent.

Insbesondere die technologische Nähe der Verteidigungsbranche zum Automotive-Bereich - etwa in den Bereichen Sensorik, Fertigung oder Systemintegration - legt eine intensivere Zusammenarbeit nahe, sodie Studienautor:innen. Potenziellen neuen Kunden im Verteidigungssektor hat die Zulieferindustrie einiges zu bieten: Vor allem bei elektronischen und mechanischen Bauteilen (78 bzw. 71 Prozent der Nennungen) sehen die Studienteilnehmer wichtige Ansatzpunkte. Auch mit Modulen für Antrieb und für die Energieversorgung (64%) sowie bei Softwarelösungen (48%) kann die Zulieferbranche nach eigener Einschätzung punkten.

Herausforderungen sehen die Befragten beim Aufbau geeigneter Vertriebsstrukturen und Kundennetzwerke (52%) sowie bei der Einhaltung politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen (52%).

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vg 11.09.2025