Krisenlähmung
Diversität: Unternehmen verfallen in alte Muster

Quelle: Antonioguillern/Fotolia
Der positive Trend beim Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen ist vorerst gestoppt. Laut einer Untersuchung der AllBright Stiftung, Berlin, stagniert der Anteil von Frauen in den Vorständen der 160 börsennotierten Unternehmen in Deutschland seit einem Jahr. Zum Stichtag 1. September 2025 sind – wie bereits im Vorjahr – 19,7 Prozent der Vorstandsposten mit Frauen besetzt. In den Aufsichtsräten beträgt der Anteil 37 Prozent.
Damit bleibt der Anteil weiblicher Führungskräfte in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig. Unter den größten börsennotierten Unternehmen (DAX 40) liegt Deutschland mit einem Frauenanteil von 25,7 Prozent auf dem vorletzten Platz – hinter Großbritannien (33,8 Prozent), Frankreich (31,4 Prozent), den USA (30,8 Prozent) und Schweden (27,1 Prozent). Lediglich Polen verzeichnet mit 18,8 Prozent einen geringeren Anteil.
Krisenlähmung in den Führungsetagen – Rückkehr zu traditionellen Rekrutierungsmustern
Die AllBright Stiftung sieht den Stillstand als Folge einer "Krisenlähmung": In wirtschaftlich unsicheren Zeiten greifen Aufsichtsräte bei der Besetzung von Vorstandsposten wieder häufiger auf traditionelle Muster zurück. Der Anteil männlicher Neuzugänge in Vorständen stieg im Vergleich zu den Vorjahren deutlich – auf 80 Prozent. Zudem sind 72 Prozent der neu berufenen Mitglieder deutscher Herkunft und 82 Prozent stammen aus wirtschafts- oder ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen.
Einen Lichtblick sieht die Stiftung in der zunehmenden Zahl weiblicher Besetzungen an der Spitze von Aufsichtsräten. Dies könne langfristig den Einfluss von Frauen auf Personalentscheidungen in den Vorständen stärken.
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