VSME
Digitale Nachhaltigkeitsberichterstattung: Neues Tool soll KMU entlasten
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) haben ein neues digitales Tool zur freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorgestellt. Die Anwendung basiert auf dem Berichtsstandard 'Voluntary Standard for Small and Medium-sized Enterprises' (VSME) und steht ab sofort kostenfrei auf der Plattform des Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK) zur Verfügung.
Das neue VSME-Tool
Hintergrund ist die veränderte regulatorische Lage auf EU-Ebene. Mit dem Omnibus-I-Paket wurde der Anwendungsbereich der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) deutlich eingeschränkt. Viele KMU sind damit nicht mehr unmittelbar berichtspflichtig. Dennoch bleiben sie in der Praxis gefordert: Als Teil von Liefer- und Wertschöpfungsketten müssen sie weiterhin Nachhaltigkeitsinformationen an berichtspflichtige Geschäftspartner liefern. Dieser sogenannte 'Trickle-Down-Effekt' führt in vielen Unternehmen zu erheblichem administrativem Aufwand.
Das neue VSME-Tool soll hier ansetzen und einen einheitlichen, praxistauglichen Rahmen schaffen. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsinformationen standardisiert zu erfassen und mehrfach nutzbar zu machen – etwa gegenüber Kunden, Banken oder Versicherungen. Unternehmen werden digital und schrittweise durch den Berichtsprozess geführt. Ein interaktiver Assistent bietet Definitionen, Anwendungshinweise und Beispiele. Zusätzlich können erstellte Berichte einen Plausibilitätscheck durchlaufen; bei erfolgreicher Prüfung wird das DNK-Signet vergeben.
Ergänzend wird an einer Finanzmarktschnittstelle gearbeitet, die einen sicheren und standardisierten Datentransfer an Banken und Versicherungen ermöglichen soll. Künftig sollen Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsdaten einmalig erfassen und bei Bedarf digital weitergeben können.
über den Deutschen Nachhaltigkeitskodex
Der DNK wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) entwickelt und unterstützt seit 2011 Unternehmen beim Nachhaltigkeitsreporting. Die Weiterentwicklung erfolgt durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), begleitet durch den RNE.
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