Patentanmeldungen
Siemens und BASF unter den Top-10-Patentanmeldern
Die Nachfrage nach europäischen Patenten hat 2025 mit 201.974 Anmeldungen einen historischen Höchststand erreicht, , was einem Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Erstmals wurde damit die Marke von 200.000 überschritten. Dies geht aus dem Technologie-Dashboard (der ehemalige Patent Index) des Europäischen Patentamts (EPA) in München hervor. Die Anmeldungen aus Europa, einschließlich aller 39 EPO-Mitgliedstaaten, stiegen um 0,4 Prozent (EU27: +0,7 %), während Anmeldungen von außerhalb Europas um 2,1 Prozent zunahmen.
Technologietrends: Computertechnologie weiterhin an der Spitze
Anmeldestärkste Gebiete 2025 - Quelle: Europäisches Patentamt 2025
Die Computertechnologie blieb 2025 mit 17.844 Anmeldungen (+6,1 %) das führende Gebiet, angetrieben durch einen Anstieg der Patentanmeldungen für KI mit Technologien für neuronale Netze und Bilderkennung (+9,5 %) sowie im kleinen, aber schnell wachsenden Bereich der Quantentechnologie (+37,9 %). Während die USA den größten Gesamtanteil an Anmeldungen im Bereich Computertechnologie hatten, hielten europäische Innovatoren den größten Anteil in den Unterbereichen KI und Quantentechnologie und steigerten ihre Anmeldungen um +2,6 Prozent bzw. +22,1 Prozent.
Die digitale Kommunikation, zu der auch Erfindungen für Mobilfunknetze zählen, belegte den zweiten Platz und verzeichnete das stärkste Gesamtwachstum unter den führenden Bereichen (+11,4 %), angetrieben durch das Aufkommen von 6G-Technologien. Die Zahl der Anmeldungen stieg um +23,5 Prozent bei europäischen und um +22,1 Prozent bei koreanischen Anmeldern. Angeführt wurde das Feld von Anmeldern aus den USA, China und Europa, wobei europäische Innovatoren ein Wachstum von 23,5 Prozent verzeichneten.
Im Bereich elektrische Maschinen, Geräte und Energie wurden 16.997 Anmeldungen (+5,3 %) eingereicht, was vor allem auf einen Anstieg der Anmeldungen für Batterietechnologien um 14,6 Prozent zurückzuführen ist, die nun 45,1 Prozent dieses Bereichs ausmachen. Besonders bemerkenswert war das Wachstum bei den Anmeldungen von Anmeldern aus Asien: Japan (+23,8 %), VR China (+25,7 %) und Republik Korea (+34,9 %). Auch die Halbleitertechnologie setzte ihren Aufwärtstrend fort (+7,6 %), wobei europäische Anmelder den größten Anteil hatten, gefolgt von den USA.
Die Patentanmeldungen für Medizintechnik stiegen auf 15.905 (+1,3 %) und wurden vor allem von europäischen und US-amerikanischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstituten eingereicht. Die Biotechnologie – mit Einsatzbereichen wie medizinische Behandlung und Diagnose, Landwirtschaft, Industrie oder Meeresforschung – verzeichnete 8.203 Anmeldungen, was nach acht Jahren des Wachstums einen leichten Rückgang (-3,3 %) darstellt. Der Bereich Pharmazeutika kam auf 7.833 Anmeldungen und verzeichnet damit im zweiten Jahr in Folge einen Rückgang (-6,3 %); das Niveau entspricht nun dem von 2019.
Insgesamt lagen europäische Erfinder:innen in acht der zehn führenden Technologien an der Spitze. Europäer:innen dominierten insbesondere in Bereichen wie Transport, Messtechnik (einschließlich Sensoren) und sonstige Spezialmaschinen (einschließlich 3D-Drucker und diverse Produktionswerkzeuge).
Länderentwicklung: VR China und Republik Korea mit stärkstem Wachstum
Ursprung der Patentanmeldungen 2025 - Quelle: Europäisches Patentamt 2025
Die Patentanmeldungen aus allen 39 EPO-Mitgliedstaaten des Europäischen Patentamts stiegen um lediglich 0,4 Prozent, insbesondere dank Zuwächsen bei Anmeldern aus Ländern mit üblicherweise geringerem Anmeldeaufkommen. Die Anmeldungen aus der VR China stiegen um 9,7 Prozent, wodurch Japan mit 1,1 Prozent erstmals auf den dritten Platz verdrängt wurde. Die USA, weiterhin die zweitgrößte Ursprungsregion für Anmeldungen, erlitten einen Rückgang (-1,6 %), während die Republik Korea ein starkes Wachstum (9,5 %) verzeichnete.
Innerhalb Europas wurde das Wachstum von Ländern wie Dänemark (+5,2 %), Österreich (+5,0 %), Spanien (+2,9 %) und insbesondere Finnland (+44,0 %) getragen, während das Anmeldeaufkommen der traditionellen Spitzenreiter wie Deutschland (-2,2 %), Frankreich (-0,4 %), der Schweiz (-0,5 %), den Niederlanden (-0,7 %), dem Vereinigten Königreich (-3,3 %), Italien (‑1,8 %) und Schweden (‑4,3 %) zurückging.
Top-Anmelder: Vier der Top 10 kommen aus Europa
Top 10 der Anmelder 2025 - Quelle: Europäisches Patentamt 2025
Die drei führenden Unternehmen – Samsung (Republik Korea), Huawei (VR China) und LG (Republik Korea) – festigten ihre Spitzenpositionen aus dem Jahr 2024 durch weiteres Wachstum. Qualcomm (USA) verteidigte den vierten Platz, und Nokia (Finnland) klettere mit einem Plus von 1.000 Anmeldungen gegenüber 2024 um sieben Plätze nach oben auf den fünften Platz. Drei weitere europäische Unternehmen erscheinen in den Top 10: Siemens und BASF aus Deutschland sowie Ericsson aus Schweden. Microsoft war der zweite US-Anmelder in den Top 10, und der Batteriehersteller CATL der zweite Anmelder aus der VR China.
Unter den zehn größten Anmeldern beim EPA im Jahr 2025 gab es drei Neuzugänge: Nokia kletterte um sieben Plätze auf Rang 5, Microsoft um sechs Plätze auf Rang 9 und CATL, ein führender Batteriehersteller aus der VR China, um vier Plätze auf Rang 10.
Einheitspatent erfreut sich im dritten Jahr zunehmender Beliebtheit
Das im Juni 2023 eingeführte Einheitspatentsystem bietet Innovatoren einen einfacheren und leichter zugänglichen Patentschutz in 18 EU-Mitgliedstaaten durch einen einzigen Antrag beim EPA. Für 34.357 der 2025 erteilten europäischen Patente wurde einheitlicher Schutz beantragt, was etwa 28,7 Prozent aller Erteilungen entspricht (ein Anstieg gegenüber 25,6 % im Jahr 2024). 2025 lag die Gesamtnutzungsrate unter den Anmeldern aus Europa bei 40 Prozent.
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