Strategische Neuausrichtung
Unilever verkauft Lebensmittelgeschäft an McCormick
Der britische Konsumgüterhersteller Unilever und das US-Unternehmen McCormick & Company haben die Zusammenlegung des Unilever-Lebensmittelgeschäfts mit dem US-Gewürzhersteller angekündigt. Ziel ist der Aufbau eines globalen 'Flavor Powerhouse', das ein kombiniertes Umsatzvolumen von rund 20 Milliarden US-Dollar erreichen und eine starke Markenbasis im Bereich Würzmittel, Saucen und Condiments vereinen soll. Zu den zentralen Marken des künftigen Unternehmens zählen unter anderem Knorr, Hellmann’s sowie McCormick. Ergänzt wird das Portfolio durch Marken wie Cholula und Frank’s RedHot. Die Kombination soll insbesondere Synergien in Markenführung, Innovation und globaler Distribution heben.
Strategische Neuausrichtung bei Unilever
Mit der Abspaltung seines Lebensmittelgeschäfts positioniert sich Unilever künftig als Anbieter im Bereich Home & Personal Care (HPC). Das Unternehmen will sich nach eigenen Angaben stärker auf wachstumsstarke Kategorien wie Beauty, Wellbeing sowie Haushalts- und Körperpflege konzentrieren. Auf Basis der Zahlen für 2025 ergibt sich ein verbleibender Konzernumsatz von rund 39 Milliarden Euro.
Die Transaktion ist Teil einer umfassenden Portfoliostrategie, mit der Unilever seine Markenarchitektur vereinfachen und die Kapitalallokation gezielter auf margenstärkere, innovationsgetriebene Segmente ausrichten will. Der Konsumgüterkonzern mit Deutschlandsitz in Hamburg hat Geschäft mit Speiseeis (Marken u.a. Ben & Jerry's, Magnum, Langnese) bereits abgespalten. Das Margarine- und Brotaufstrich-Geschäft mit Marken wie Rama, Becel, Lätta, Flora und Sanella wurde bereits vor Jahren verkauft.
Gemeinsames Markenportfolio mit Wachstumspotenzial
Das kombinierte Unternehmen unter Führung von McCormick soll seine Stärke aus der Verbindung komplementärer Portfolios ziehen: Während McCormick traditionell im Gewürz- und Zutatenbereich verankert ist, bringt Unilever Marken im Bereich Fertiggerichte und Saucen ein. Beide Unternehmen betonen ihre kulturelle Nähe sowie Erfahrung in der Integration und Weiterentwicklung von Marken.
Erwartet werden jährliche Kostensynergien von rund 600 Millionen US-Dollar, die teilweise in weiteres Wachstum reinvestiert werden sollen. Gleichzeitig soll die Markeninvestition auf hohem Niveau fortgeführt werden, um die globale Markenpräsenz auszubauen und Innovationen zu beschleunigen.
Finanzielle Struktur und Ausblick
Unilever erhält im Zuge der Transaktion neben einem Aktienanteil von insgesamt 65 Prozent am kombinierten Unternehmen auch eine Barzahlung von 15,7 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel sollen unter anderem für Schuldenabbau und Aktienrückkäufe verwendet werden.
Der Abschluss der Transaktion ist für Mitte 2027 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen sowie der Zustimmung der McCormick-Aktionäre.
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