-

Faire Rahmenbedingungen

Medienbranche fordert klare Regeln für KI-Nutzung

Quelle: Oleg Laptev/Unsplash

Ein breites Bündnis führender Medienorganisationen hat sich für verbindliche regulatorische Rahmenbedingungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung warnen ARD, BDZV, MVFP, Vaunet und ZDF vor strukturellen Verschiebungen im digitalen Informationsmarkt zulasten journalistischer Anbieter.

Deutschland verfüge zwar über eine vielfältige und leistungsfähige Medienlandschaft, die maßgeblich zur demokratischen Meinungsbildung beitrage. Diese sei jedoch zunehmend gefährdet, da globale Technologieplattformen ihre Marktmacht ausbauen und verstärkt als Gatekeeper für KI-basierte Informationsangebote auftreten. Die Organisationen kritisieren, dass journalistische Inhalte von diesen Plattformen genutzt werden, ohne dass entsprechende Investitionen in Recherche oder redaktionelle Qualität erfolgen.

Medienregulatorischer Rahmen im Umgang mit KI gefordert

Im Zentrum der Forderungen steht eine Stärkung des Urheberrechts. Medienhäuser müssten die Kontrolle darüber behalten, ob und wie ihre Inhalte für das Training und den Einsatz generativer KI verwendet werden. Gleichzeitig verlangen die Verbände transparente Nutzungspraktiken sowie eine angemessene Vergütung, wenn Inhalte durch Dritte wirtschaftlich verwertet werden. Andernfalls drohe ein Abfluss von Erlösen und Aufmerksamkeit aus dem journalistischen Ökosystem.

Darüber hinaus sehen die Organisationen medienrechtlichen Handlungsbedarf. KI-getriebene Plattformen beeinflussten zunehmend, welche Inhalte sichtbar sind und genutzt werden. Um die Vielfalt der Meinungen zu sichern, seien klare Regeln etwa zur Auffindbarkeit journalistischer Angebote, zur Kennzeichnung von Absendern sowie zur diskriminierungsfreien Verbreitung notwendig.

Unterstützung erhalten die Forderungen aus der europäischen Politik: Das Europäische Parlament hatte im März 2026 eine Entschließung zum Verhältnis von Urheberrecht und generativer KI verabschiedet und darin ebenfalls stärkere Schutzmechanismen für Medien gefordert. Die beteiligten Organisationen rufen die Bundesregierung dazu auf, sich aktiv in den weiteren Gesetzgebungsprozess einzubringen und entsprechende Regelungen auch auf nationaler Ebene voranzutreiben.

Relevanz für Werbetreibende

Für Markenartikler ist die Entwicklung von hoher Relevanz. Die Sichtbarkeit vertrauenswürdiger Inhalte, die Integrität von Informationsumfeldern und die Kontrolle über Content gewinnen im KI-Zeitalter weiter an Bedeutung. Wie regulatorische Leitplanken künftig ausgestaltet werden, dürfte daher auch Einfluss auf Markenkommunikation, Mediaplanung und die Rolle journalistischer Umfelder im Marketingmix haben.

zurück

vg 21.04.2026