-

E-Commerce

Wettbewerb durch Temu und Shein belastet Marken und Handel massiv

Quelle: vh/Unsplash

Der Wettbewerb mit den Online-Plattformen Temu und Shein kostet die deutsche Wirtschaft jährlich Milliarden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Handelsverband Deutschland (HDE). Demnach entgehen dem Standort Deutschland jährlich rund 2,4 Milliarden Euro an Wertschöpfung, davon 1,3 Milliarden Euro im Einzelhandel.

Ein zentraler Kritikpunkt: die aus Sicht des HDE ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Während europäische Händler strengen regulatorischen Vorgaben unterliegen, würden Anbieter aus Drittstaaten diese vielfach umgehen. Täglich erreichen laut Studie rund 460.000 Pakete von Temu und Shein Deutschland, EU-weit sind es etwa zwölf Millionen Sendungen pro Tag.

Neben wirtschaftlichen Einbußen verweist die Untersuchung auch auf fiskalische und beschäftigungspolitische Effekte. So gehen dem Staat jährlich rund 429 Millionen Euro an Steuereinnahmen verloren. Zudem seien mehr als 40.000 Arbeitsplätze betroffen, insbesondere im Einzelhandel.

HDE fordert klare Haftungsstrukturen

HDE-Präsident Alexander von Preen fordert vor diesem Hintergrund ein konsequenteres politisches Vorgehen. Neben strengeren Kontrollen bei der Einfuhr – nach dem Vorbild Frankreichs – plädiert der Verband für klare Haftungsstrukturen: Plattformen und Händler aus Drittstaaten sollten demnach verpflichtet werden, einen rechtlich greifbaren Vertreter innerhalb der EU zu benennen.

Die der Analyse zugrunde liegende repräsentative Befragung wurde im Februar 2026 unter 4.000 Konsumenten in Deutschland durchgeführt.

zurück

vg 28.04.2026