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Quelle: Bitkom

Künstliche Intelligenz

US-Anbieter dominieren KI-Nutzung, europäische Souveränität bleibt Wunschbild

Der Markt für Künstliche Intelligenz (KI) in Deutschland wird weiterhin klar von US-amerikanischen Anbietern geprägt. Das zeigt eine repräsentative Befragung von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach nutzen 71 Prozent der KI-Anwender:innen ChatGPT von OpenAI, gefolgt von Gemini (50 Prozent) und Microsoft Copilot (43 Prozent). Meta AI, in WhatsApp integriert, erreicht 35 Prozent.

Deutlich abgeschlagen folgen alternative Anbieter: DeepSeek kommt auf acht Prozent, Perplexity auf sieben Prozent, Grok von xAI auf sechs Prozent, Claude von Anthropic auf fünf Prozent. Das europäische Angebot LeChat von Mistral wird von vier Prozent genutzt.

Parallel zur Marktrealität zeigt sich eine ausgeprägte Erwartung an mehr digitale Unabhängigkeit. 72 Prozent der Befragten sehen Deutschland im Bereich KI als zu abhängig von den USA. 67 Prozent würden eine deutsche KI nutzen, 65 Prozent befürworten eine europäische KI-Alternative.

KI im Arbeitskontext: Nutzung erreicht breite Basis – Akzeptanz bleibt gespalten

Auch im beruflichen Umfeld ist KI bereits fest verankert. 48 Prozent der Erwerbstätigen nutzen KI im Job, davon acht Prozent täglich und 18 Prozent mindestens wöchentlich. Ebenfalls 22 Prozent greifen seltener darauf zurück. Gleichzeitig verzichten ebenfalls 48 Prozent vollständig auf den Einsatz von KI im Arbeitskontext.

Die Nutzung erfolgt überwiegend im Rahmen betrieblicher Vorgaben: 84 Prozent der Anwender geben an, KI mit Wissen des Arbeitgebers zu nutzen. Allerdings berichten zwölf Prozent von einer Nutzung ohne Kenntnis des Arbeitgebers.

Die Einstellung zur KI am Arbeitsplatz ist ambivalent. 41 Prozent sehen bereits konkrete Veränderungen ihrer Tätigkeit durch KI. Knapp die Hälfte (49 Prozent) würde KI als persönlichen Assistenten begrüßen. Gleichzeitig lehnen 45 Prozent KI-gestützte Unterstützung grundsätzlich ab.

Weiterbildung spielt bislang nur eine begrenzte Rolle: 21 Prozent haben bereits eine KI-Schulung ihres Arbeitgebers genutzt, 13 Prozent hätten Zugang dazu, ohne sie bislang in Anspruch genommen zu haben. In 37 Prozent der Fälle bestehen keine entsprechenden Angebote, 24 Prozent der Befragten wissen nicht, ob es entsprechende Maßnahmen gibt.

Produktivitätsgewinne treffen auf Kontroll- und Verantwortungsfragen

Die wahrgenommenen Vorteile von KI im Arbeitsalltag konzentrieren sich vor allem auf Effizienz- und Qualitätsaspekte. Je 47 Prozent nennen die Entlastung bei Routineaufgaben sowie Zeitersparnis. 43 Prozent sehen Freiräume für wichtigere Tätigkeiten, 41 Prozent schnellere Problemanalysen, 39 Prozent beschleunigte Prozesse und eine geringere Fehleranfälligkeit.

Weitere Effekte werden in gesteigerter Leistungsfähigkeit (25 Prozent), höherer Motivation (25 Prozent), besseren Arbeitsergebnissen (17 Prozent) und erhöhter Kreativität (17 Prozent) gesehen.

Demgegenüber stehen deutliche Vorbehalte. 62 Prozent kritisieren unklare Verantwortlichkeiten bei KI-Fehlern, 59 Prozent sehen Defizite beim Datenschutz und der Datenverarbeitung. 55 Prozent bemängeln einen Rückgang persönlicher Interaktion. Weitere Sorgen betreffen den Kompetenzverlust durch übermäßige KI-Nutzung (34 Prozent), Arbeitsplatzsicherheit (22 Prozent) sowie Kontrollverlust bei Entscheidungen (22 Prozent).

Hinzu kommen organisatorische und psychologische Vorbehalte: 20 Prozent empfinden KI als zu komplex, 19 Prozent fühlen sich überwacht, ebenfalls 19 Prozent sehen eine Abwertung der eigenen Arbeit. 17 Prozent berichten von Leistungsdruck durch KI-Einsatz.

Methodik

Die Angaben basieren auf einer repräsentativen telefonischen Befragung von 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag von Bitkom Research. Die Erhebung fand zwischen Kalenderwoche 8 und 11 im Jahr 2026 statt.

 

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vg 06.05.2026