-

Studie

Generative KI auf dem Vormarsch: Nutzung in Unternehmen verfünffacht

Generative KI hält zunehmend Einzug in deutsche Unternehmen. Laut IAB nutzt 2025 bereits jeder vierte Betrieb entsprechende Anwendungen – Quelle: ThisisEngineering/Unsplash

Generative KI hat sich in deutschen Unternehmen in kurzer Zeit stark verbreitet. Laut neuen Auswertungen des Betriebspanels des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus Nürnberg nutzten 2025 knapp 25 Prozent der Betriebe entsprechende Anwendungen – 2023 waren es erst fünf Prozent. Weitere neun Prozent planen den Einsatz. Die Daten wurden zwischen Juli und November 2025 erhoben.

Die Technologie, die seit der Veröffentlichung von ChatGPT 3.5 Ende 2022 breit verfügbar ist, erzeugt eigenständig Inhalte wie Texte, Bilder, Musik oder Programmcode. Sie gilt als potenziell arbeitsmarktverändernd, weil sie Tätigkeiten in vielen Berufen unterstützen oder teilweise ersetzen kann. Die schnelle Verbreitung führen die Forschenden unter anderem auf niedrige Einstiegshürden zurück: Viele Tools sind sofort nutzbar und erfordern weder komplexe IT‑Infrastruktur noch Spezialwissen.

Große und junge Betriebe vorne

Deutliche Unterschiede zeigen sich nach Betriebsgröße und -alter. In Unternehmen mit mindestens 200 Beschäftigten liegt die Nutzungsquote bei 48 Prozent, in Kleinstbetrieben bei 21 Prozent. Jüngere Betriebe, die vor weniger als fünf Jahren gegründet wurden, setzen generative KI mit 30 Prozent häufiger ein als solche, die seit mindestens 25 Jahren bestehen (21 Prozent). Laut IAB könnte dies an flexibleren Strukturen und einer stärkeren Experimentierfreude jüngerer Firmen liegen.

Auch der Standort spielt eine Rolle: Betriebe in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohner:innen nutzen generative KI signifikant häufiger. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit des Einsatzes, wenn Unternehmen exportieren, Teil eines Mehrbetriebsunternehmens sind oder einen hohen Anteil hochqualifizierter Beschäftigter haben.

Starke Nutzung in wissensintensiven Branchen

Besonders verbreitet ist generative KI in wissensintensiven Dienstleistungssektoren. 59 Prozent der Betriebe im Bereich Information und Kommunikation setzen entsprechende Tools ein, gefolgt vom Finanz- und Versicherungswesen (50 Prozent), Unternehmensnahen Dienstleistungen (37 Prozent) sowie Erziehung und Unterricht (34 Prozent). In Rohstoffgewinnung, Bau, Gastgewerbe sowie Verkehr und Lagerei liegt der Anteil jeweils unter 15 Prozent.

Investitionen, Weiterbildungen und Regeln

Fast die Hälfte der KI‑Nutzerbetriebe hat bereits Geld in die Technologie investiert. 90 Prozent greifen auf frei zugängliche Anwendungen zurück, 16 Prozent nutzen eingekaufte Modelle, die mit eigenen Daten weitertrainiert werden, sechs Prozent entwickeln eigene Modelle.

27 Prozent der Betriebe bieten Weiterbildungen zum professionellen Umgang mit generativer KI an, weitere 21 Prozent planen entsprechende Maßnahmen. Zudem haben 21 Prozent interne Regeln für den KI‑Einsatz eingeführt, 22 Prozent bereiten solche Leitlinien vor – etwa zur Nutzung sensibler Daten oder zur Einbindung von KI in Kommunikationsprozesse.

Das IAB sieht generative KI inzwischen in weiten Teilen der Wirtschaft angekommen. Gleichzeitig bestehen in einigen Branchen, etwa im Gesundheitswesen, weiterhin rechtliche Unsicherheiten, die den Einsatz bremsen.

 

Kostenlos versorgt Sie der markenartikel-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!

E-Mail:

Sicherheitscode hier eintragen:

zurück

fj 06.05.2026