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v.l.: Lemonaid-GründerPaul Bethke mit den Aufsichtsratsmitgliedern Prof. Dr. Markus Beckmann, Christoph Korittke, Aileen Puhlmann und Jackson Irvine - Quelle: Lemonaid

Social Business

Lemonaid strukturiert sich zur AG um

Das Hamburger Social Business Lemonaid Beverages GmbH bereitet den nächsten Entwicklungsschritt vor und wandelt seine Rechtsform in eine Aktiengesellschaft um. Anders als bei klassischen Börsenkandidaten steht dabei nicht primär die Kapitalrendite im Vordergrund, sondern die Skalierung eines wirkungsorientierten Geschäftsmodells. Nach Angaben des Unternehmens soll die künftige Struktur darauf ausgerichtet sein, "faire Wertschöpfung entlang der gesamten Kette" zu sichern – von Produzent:innen in den Anbauregionen bis zu den Konsument:innen. Die AG sei damit kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Ausweitung der gesellschaftlichen Wirkung. Gründer Paul Bethke formuliert das entsprechend zugespitzt: Ziel sei nicht, Vermögen zu maximieren, sondern Umverteilung zu ermöglichen.

Kapitalmarkt als Hebel für Wirkung

Mit der geplanten Umwandlung betritt Lemonaid Neuland. Das Unternehmen signalisiert, den Kapitalmarkt bewusst nicht entlang klassischer, renditegetriebener Logiken bedienen zu wollen. Stattdessen werden alternative Ansätze für Beteiligung und Governance geprüft. Details dazu bleiben bislang offen, doch die Stoßrichtung ist klar: Investoren sollen sich an einem Modell beteiligen, das soziale und ökologische Ziele systematisch priorisiert.

Dieser Ansatz knüpft an die bisherige Positionierung der Marke an. Lemonaid versteht sich seit der Gründung 2009 als politisch agierendes Unternehmen, das aktiv regulatorische Rahmenbedingungen mitgestaltet. So verweist das Unternehmen auf sein Engagement bei der Abschaffung der Zuckermindestmenge für Limonaden sowie auf Impulse zur Öffnung von Unternehmenssponsoring für soziale Einrichtungen.

Unkonventionelle Besetzung des Aufsichtsrats

Auch auf Governance-Ebene geht Lemonaid einen eigenständigen Weg. Der künftige Aufsichtsrat soll bewusst nicht primär mit Vertreter:innen klassischer Wirtschaftskarrieren besetzt werden. Stattdessen setzt das Unternehmen auf ein divers zusammengesetztes Gremium aus Sport, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Dazu zählen unter anderem der Profifußballer Jackson Irvine, die Aktivistin Aileen Puhlmann sowie der Nachhaltigkeitsforscher Markus Beckmann. Ergänzt wird das Gremium durch den Unternehmer Christoph Korittke.

Die operative Führung bleibt bei Gründer Bethke, der als Vorstand fungieren soll. 

 

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vg 20.05.2026