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Digital Services Act

EU-Kommission verhängt 200-Millionen-Euro-Strafe gegen Temu

Quelle: Denys Rudyi/Fotolia

Die Europäische Kommission hat gegen die Onlineplattform Temu eine Geldbuße in Höhe von 200 Millionen Euro wegen Verstößen gegen den Digital Services Act (DSA) verhängt. Nach Angaben der Behörde habe das Unternehmen systemische Risiken im Zusammenhang mit illegalen Produkten auf seiner Plattform nicht ausreichend identifiziert, analysiert und bewertet.

Sicherheitsmängel bei Produkten im Fokus

Im Fokus der Untersuchung standen insbesondere Sicherheitsmängel bei Produkten, die über Temu in der Europäischen Union angeboten werden. Laut Kommission deuten die vorliegenden Belege darauf hin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU mit hoher Wahrscheinlichkeit auf illegale oder unsichere Produkte stoßen.

Kritik übt die Behörde vor allem an der Risikoanalyse des Unternehmens aus dem Jahr 2024. Diese habe sich überwiegend auf allgemeine Risiken des E-Commerce-Sektors gestützt, statt spezifische Erkenntnisse über Temus eigenes Angebot einzubeziehen. Zudem habe Temu das Risiko, dass Nutzer mit rechtswidrigen Produkten in Kontakt kommen, deutlich unterschätzt.

Mystery-Shopping-Test deckt Defizite auf

Im Rahmen eines Mystery-Shopping-Tests, der Teil der Untersuchung war, fielen zahlreiche getestete Ladegeräte durch grundlegende Sicherheitsprüfungen. Auch bei Babyspielzeug wurden laut Kommission erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt, darunter zu hohe Schadstoffwerte sowie Erstickungsgefahren durch ablösbare Kleinteile.

Darüber hinaus habe Temu nicht ausreichend geprüft, inwieweit das eigene Plattformdesign – etwa Empfehlungssysteme oder Produktpromotionen durch Influencer – die Verbreitung illegaler Produkte begünstigen könnte.

Risikoanalysen als Kern des DSA

Mit dem DSA verpflichtet die EU besonders große Onlineplattformen dazu, systemische Risiken ihrer Dienste umfassend zu bewerten und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Kommission bewertet Verstöße gegen diese Pflicht als besonders schwerwiegend, da Risikoanalysen als zentrales Element der DSA-Regulierung gelten.

Temu muss nun bis zum 28. August 2026 einen Maßnahmenplan vorlegen, in dem das Unternehmen darlegt, wie es die festgestellten Defizite beheben will. Sollte die Plattform die Vorgaben nicht erfüllen, drohen weitere Strafzahlungen.

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission für Technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, erklärte: "Risikobewertungen sind keine reine Formalität, sondern das Rückgrat des DSA. Temus' Analyse unterschätzt konkrete Risiken, ist nicht ausreichend spezifisch und basiert nicht auf belastbaren Erkenntnissen."

 

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vg 28.05.2026