Arbeitskultur
Start-ups: Flexibilität und Gesundheit werden zum Wettbewerbsfaktoren
Flexible Arbeitsmodelle, eine starke Unternehmenskultur und der bewusste Umgang mit Gesundheit entwickeln sich für Start-ups zunehmend zu Wettbewerbsfaktoren. Das zeigt der neue Report Startups und die Zukunft der Arbeit, den der Startup-Verband gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) vorgelegt hat. Für die Studie wurden im ersten Quartal 2026 insgesamt 305 Gründerinnen und Gründer sowie C-Level-Führungskräfte deutscher Startups befragt.
Unternehmenskultur wichtiger als Vergütung
Aus Sicht der Befragten unterscheiden sich Start-ups vor allem durch Eigenverantwortung (89%) und eine offene Fehlerkultur (84%) von etablierten Unternehmen. Für die Mitarbeiterbindung spielen Unternehmenskultur (79%) und flexible Arbeitsmodelle (70%) eine größere Rolle als die Vergütung (61%).
Auch beim Thema Büropräsenz setzen Start-ups weiterhin auf Flexibilität. Der Anteil von Remote-Arbeit liegt mit 61 Prozent auf dem Niveau von 2023 und damit deutlich über dem Wert der Gesamtwirtschaft. Mehr als die Hälfte der Unternehmen verzichtet bislang auf verbindliche Vorgaben wie feste Präsenztage.
Gesundheit rückt stärker in den Fokus
Parallel dazu gewinnt das Thema Gesundheit an Bedeutung. 77 Prozent der Gründerinnen und Gründer bewerten es als wichtig für ihr Unternehmen, 2021 waren es noch 64 Prozent. Als größte Herausforderungen nennen die Befragten die hohe Arbeitsdichte (68%) und den Arbeitsdruck (59%).
Mit Blick auf die kommenden Jahre rechnen viele Start-ups insbesondere mit einer wachsenden Bedeutung von Work-Life-Balance (70%) und Burnout-Prävention (66%). Allerdings stellt bislang nur etwa die Hälfte der Unternehmen finanzielle Mittel für Gesundheitsangebote bereit.
Gefragt sind vor allem Maßnahmen in den Bereichen Bewegung und Sport (75%) sowie Stressmanagement und Resilienz (65%). Bevorzugt werden hybride Formate und kurze Einheiten von maximal 30 Minuten, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
KI verändert den Arbeitsmarkt
Künstliche Intelligenz ist inzwischen fest im Start-up-Alltag verankert. 85 Prozent der Unternehmen nutzen spezialisierte Anwendungen jenseits von ChatGPT. Mehr als vier von fünf Befragten berichten von Produktivitätssteigerungen. Gleichzeitig hat sich die Wahrnehmung des Fachkräftemangels deutlich verändert: Sahen 2022 noch 83 Prozent der Start-ups darin ein großes Problem, sind es aktuell nur noch 38 Prozent.
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