Fußball-WM
Vertrauensproblem: Marke Fifa kämpft weiter mit Imageverlust
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird in Deutschland deutlich weniger kritisch bewertet als das Turnier 2022 in Katar. Das grundsätzliche Misstrauen gegenüber der FIFA und die Skepsis gegenüber der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports bleiben jedoch hoch. Das zeigt die WM-Studie 2026 der Universität Hohenheim.
"Die politische Aufladung der WM fällt 2026 deutlich geringer aus als noch bei der Weltmeisterschaft in Katar", sagt Prof. Dr. Markus Voeth vom Lehrstuhl für Marketing & Business Development der Universität Hohenheim. Die Ausrichter USA, Kanada und Mexiko böten deutlich weniger Angriffsfläche.
Dennoch sehen 38 Prozent der Befragten eine politische Instrumentalisierung des Turniers durch die Gastgeberländer. Rund ein Viertel würde einen Boykott des DFB befürworten, um auf politische Missstände aufmerksam zu machen.
Fifa-Image weiter unter Druck
Besonders kritisch fällt die Bewertung der Fifa aus. Rund zwei Drittel der Befragten beurteilen das Ansehen des Weltfußballverbands im Zusammenhang mit der WM 2026 negativ. Auch das Vertrauen in Vergabeprozesse, Transparenz und Regelkonformität bleibt gering.
"Wenn wir uns auch die Ergebnisse früherer Turniere anschauen, zeigt sich ein anhaltender negativer Langzeittrend", erklärt Voeth.
Kommerzialisierung stößt auf Skepsis
Auch die Erweiterung des Turniers auf 48 Mannschaften wird kritisch gesehen. Jede zweite befragte Person vermutet hinter dem neuen Format vor allem finanzielle Motive. 44 Prozent stehen der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs skeptisch gegenüber.
Die Vergabe von Weltmeisterschaften an neue, bislang weniger fußballaffine Märkte findet ebenfalls nur begrenzte Zustimmung. Knapp die Hälfte lehnt eine solche Strategie ab. Noch deutlicher fällt die Ablehnung eines verkürzten WM-Rhythmus aus: Rund drei Viertel sprechen sich gegen eine häufigere Austragung aus.
Konsequenzen für das eigene Medienverhalten ziehen allerdings nur wenige. Lediglich eine Minderheit plant, die WM aus politischen oder gesellschaftlichen Gründen bewusst nicht zu verfolgen.
Langfristige Studie seit 2002
Für die WM-Studie 2026 befragte die Universität Hohenheim zwischen Ende April und Anfang Mai 1.000 Personen in Deutschland. Die Untersuchung ist die siebte ihrer Art seit 2002 und analysiert neben sportlichen Erwartungen auch Aspekte wie Sponsoring, Mediennutzung und gesellschaftliche Auswirkungen von Fußball-Großereignissen.
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