Journalistische Medien bleiben trotz wachsender Konkurrenz durch Social Media und KI-Anwendungen die wichtigste Orientierung für Nachrichten. Zu diesem Ergebnis kommt der Trendreport News im Wandel – Wie sich der Nachrichtenalltag verändert der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK). Die in München ansässige Forschungsorganisation betreibt gemeinsam mit den Medienhäusern Axel Springer, Bauer Media Group, Funke, Gruner + Jahr und Hubert Burda Media die Markt-Media-Studien Best for planning (b4p) und Best for tracking (b4t) für Werbe- und Medienplanung.
Nachrichten werden situationsabhängig genutzt
Die Studie zeigt, dass Konsument:innen Nachrichten heute nicht mehr an einzelne Kanäle binden, sondern je nach Informationsbedarf zwischen verschiedenen Formaten wechseln. Während Nachrichten-Websites und Apps vor allem für die schnelle Information genutzt werden, dienen Zeitungen und E-Paper häufiger der vertiefenden Einordnung. Bewegtbildformate kommen insbesondere bei aktuellen Ereignissen zum Einsatz.
Auch Social Media ist ein fester Bestandteil der Nachrichtenrezeption. Viele Nutzer:innen stoßen dort eher beiläufig auf Nachrichten, gleichzeitig informiert sich rund die Hälfte gezielt über die Social-Media-Kanäle etablierter Medienmarken über das aktuelle Tagesgeschehen.
Newsletter und Podcasts gewinnen an Bedeutung
Newsletter und Podcasts entwickeln sich der Untersuchung zufolge zu eigenständigen Bestandteilen des Nachrichtenkonsums. Newsletter werden vor allem genutzt, um sich kompakt und strukturiert über relevante Themen zu informieren. Besonders groß ist das Interesse an lokalen und regionalen Angeboten, das nach Einschätzung der GIK bislang noch nicht vollständig ausgeschöpft wird.
Podcasts kommen dagegen vor allem dann zum Einsatz, wenn Nutzer:innen Hintergründe und Einordnungen zu komplexeren Themen suchen.
KI dient als Einstieg, nicht als Ersatz
Auch KI-Anwendungen gewinnen für die Nachrichtennutzung an Bedeutung. Viele Anwender:innen nutzen Chatbots zunächst, um sich einen Überblick über ein Thema zu verschaffen. Für die Überprüfung und Vertiefung der Informationen greifen sie jedoch überwiegend auf journalistische Medien zurück.
Laut Studie erwarten die meisten Befragten transparente Quellenangaben und hinterfragen KI-generierte Inhalte kritisch. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei den 16- bis 29-Jährigen. Die sogenannte Gen Z misst nachvollziehbaren Quellenverweisen eine hohe Bedeutung bei und vertraut für aktuelle Nachrichten weiterhin vor allem redaktionellen Angeboten.
Orientierung und Vertrauen bleiben zentrale Stärken

Insgesamt bestätigt die Untersuchung die hohe Bedeutung journalistischer Medien für Orientierung, Meinungsbildung und demokratische Teilhabe. Die Befragten schreiben etablierten Medienmarken insbesondere bei Glaubwürdigkeit sowie bei der Einordnung und Verifikation von Informationen eine zentrale Rolle zu.
Für den Trendreport befragte die GIK zwischen dem 13. und 22. April 2026 deutschlandweit 1.030 Personen ab 16 Jahren.