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Zollpolitik

US-Zölle bremsen Investitionen, Autoindustrie besonders betroffen

Quelle: Ben White/Unsplash

Die US-Zollpolitik wirkt sich zunehmend auf die Investitionsbereitschaft der deutschen Industrie aus. Nach einer Befragung des ifo Instituts in München berichten mehr als 60 Prozent der Unternehmen von negativen Folgen der US-Zölle. Besonders stark betroffen ist die Automobilindustrie: Dort sehen 74 Prozent der Unternehmen Belastungen – 14 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Investitionen werden verschoben oder gestrichen

Die Auswirkungen reichen inzwischen über das Exportgeschäft hinaus. Laut der Untersuchung hat sich der Anteil der Unternehmen, die geplante Investitionen gestrichen haben, innerhalb eines Jahres von neun auf 16 Prozent nahezu verdoppelt. Rund jedes dritte Unternehmen verschiebt Investitionsvorhaben zeitlich, was einem Anstieg um elf Prozentpunkte entspricht.

Am stärksten trifft die Entwicklung die Automobilindustrie. Nach Angaben des ifo Instituts belasten sowohl die hohen US-Zölle als auch rückläufige Exporte in die Vereinigten Staaten die Branche. Die Zollbelastung habe sich inzwischen verfestigt und sei nicht – wie vielfach erhofft – rückläufig.

Höhere Preise gleichen Kosten teilweise aus

Viele Unternehmen versuchen, die zusätzlichen Zollkosten an ihre US-Kund:innen weiterzugeben. 34 Prozent geben die Belastung vollständig über höhere Preise weiter, weitere 28 Prozent zu mehr als der Hälfte. Gleichzeitig trägt rund jedes vierte Unternehmen einen Großteil der Zusatzkosten selbst. Dies schmälert die Margen und belastet die wirtschaftliche Lage.

Mit einer kurzfristigen Verbesserung rechnen die meisten Unternehmen nicht. 63 Prozent gehen davon aus, dass das derzeit hohe US-Zollniveau bestehen bleibt. Weitere 13 Prozent erwarten sogar zusätzliche Zollerhöhungen.

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vg 22.07.2026